Clearing ist die Prüfung, Abstimmung und Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Geschäftspartnern. Es klärt nach einer Transaktion, wer wem welchen Betrag schuldet. Clearing schafft damit die Grundlage für die spätere Zahlung.
- Clearing: Definition, Erklärung und Wirtschaftsbegriff
- Netto- und Bruttoclearing im Vergleich
- Clearing im Zahlungsverkehr zwischen Banken und Händlern
- Wertpapier- und Derivateclearing: Risikomanagement an den Finanzmärkten
- FAQ
- Was ist Clearing einfach erklärt?
- Was ist der Unterschied zwischen Clearing und Settlement?
- Was bedeutet Nettoclearing?
- Was ist Bruttoclearing?
- Welche Rolle spielt Clearing bei einer Kartenzahlung?
- Was ist Interbanken-Clearing?
- Was sind zentrale Gegenparteien im Wertpapier- und Derivateclearing?
- Warum müssen Clearingmitglieder Sicherheiten hinterlegen?
- Was versteht man unter Industrie-Clearing?
- Was bedeutet TARGET2 im Zahlungsverkehr?
Diese Definition ist besonders im Zahlungsverkehr von großer Bedeutung. Zudem findet Clearing bei Wertpapiergeschäften, Derivaten und Finanzierungen zwischen Unternehmen Anwendung. Durch das Verfahren verringert sich der Aufwand, da nicht jede Gegenforderung separat bezahlt werden muss.
Bei einer Kartenzahlung gleicht das Clearing die Daten zwischen Händler, Zahlungsdienstleister und kartenausgebendem Institut ab. Es prüft dabei Betrag, Berechtigung und Zahlungsanspruch. Erst danach erfolgt die tatsächliche Belastung des Kundenkontos oder die Gutschrift beim Händler.
Die Erklärung zeigt den Unterschied zwischen Abrechnung und Zahlung: Clearing berechnet und bestätigt die Ansprüche. Das Settlement erfüllt diese durch Geld- oder Wertpapierübertragung. Dieses WIKI zum Wirtschaftswissen beschreibt den Begriff als zentralen Schritt der Finanzabwicklung ein.
Wichtige Erkenntnisse
- Clearing verrechnet Forderungen und Verbindlichkeiten nach einer Transaktion.
- Das Verfahren stellt fest, welche Zahlungspflichten bestehen.
- Es wird im Zahlungsverkehr sowie bei Wertpapieren und Derivaten eingesetzt.
- Bei Kartenzahlungen sind Händler, Zahlungsdienstleister und Bank beteiligt.
- Clearing ist nicht dasselbe wie die tatsächliche Zahlung auf einem Konto.
- Die Übertragung von Geld oder Wertpapieren heißt Settlement.
Clearing: Definition, Erklärung und Wirtschaftsbegriff
Die Clearing Definition beschreibt ein Verfahren, das Zahlungsansprüche ordnet. Dies geschieht vor dem endgültigen Geldtransfer.
Als Wirtschaftsbegriff steht Clearing für die Abstimmung, Prüfung und mögliche Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten.
Im deutschen Sprachgebrauch wird Clearing oft mit Zahlungsverkehrsabwicklung übersetzt. Das Verfahren schafft Wissen über offene Positionen und bereitet den Zahlungsausgleich vor.
Was beim Clearing zwischen den Beteiligten geschieht
Beim Interbanken-Clearing übermitteln Banken Zahlungsaufträge und gleichen die zugehörigen Daten ab. Dabei prüfen sie, welchem Institut Forderungen und Verbindlichkeiten zuzuordnen sind.
Je nach System werden Positionen verrechnet und zu einem Saldo zusammengeführt. Clearing zeigt damit, welche Ansprüche bestehen und welcher Betrag ausgeglichen wird.
Clearing und Settlement: präzise Abgrenzung
Clearing und Settlement gehören zusammen, erfüllen aber verschiedene Aufgaben. Das Clearing prüft Daten, gleicht Zahlungsansprüche ab und bereitet die Abwicklung vor.
Settlement folgt danach: Konten werden belastet und gutgeschrieben. Erst dann wird der Geldbetrag endgültig zwischen den Konten übertragen.
| Schritt | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| Clearing | Zahlungsaufträge prüfen, zuordnen und verrechnen | Bestätigte oder saldierte Zahlungspositionen |
| Settlement | Konten belasten und Beträge gutschreiben | Endgültiger Zahlungsausgleich |
Netto- und Bruttoclearing im Vergleich
Clearing ordnet Zahlungsströme auf zwei verschiedene Arten. Die Wahl beeinflusst die Liquidität, den Buchungsaufwand und die Transparenz erheblich. Diese Erklärung vermittelt wichtiges Wirtschaftswissen zu den Unterschieden der Verfahren.
Nettoclearing: Verrechnung und Zahlung des Saldos
Beim Nettoclearing werden Forderungen und Verbindlichkeiten eines Abrechnungszeitraums gegeneinander gerechnet. Als Zahlung wird nur der Saldo überwiesen. So entstehen aus vielen Einzelposten eine Belastung oder Gutschrift.
Ein Händler erhält Kartenzahlungen und muss auch Rückerstattungen leisten. Nach Verrechnung bleibt nur die Differenz übrig. Nettoclearing verringert die Zahl der Zahlungsbewegungen und bindet dadurch weniger Liquidität.
Bruttoclearing: jede Zahlung einzeln abwickeln
Beim Bruttoclearing erfolgt keine Verrechnung zwischen Forderungen und Verbindlichkeiten. Jede einzelne Zahlung wird separat ausgeführt und abgerechnet. So sind Zahlungsströme sofort klar sichtbar.
Der Aufwand für Buchungen und verfügbare Mittel ist beim Bruttoclearing höher. Die Variante ist sinnvoll, wenn einzelne Transaktionen rasch und vollständig nachvollziehbar bleiben müssen. Die Wahl hängt vom Zahlungssystem und Geschäftsvorfall ab.
| Merkmal | Nettoclearing | Bruttoclearing |
|---|---|---|
| Abrechnung | Forderungen und Verbindlichkeiten werden saldiert. | Jede Zahlung wird separat abgewickelt. |
| Zahlungsbetrag | Es fließt nur der verbleibende Saldo. | Jeder Einzelbetrag wird übertragen. |
| Liquiditätsbedarf | Oft geringer, da nur die Differenz fällig wird. | Höher, weil jede Zahlung gedeckt sein muss. |
| Buchungsaufwand | Weniger Zahlungsbewegungen im Abrechnungsprozess. | Mehr Buchungen und Prüfungen erforderlich. |
| Transparenz einzelner Zahlungen | Einzelposten werden in der Verrechnung zusammengeführt. | Jeder Zahlungsstrom bleibt unmittelbar erkennbar. |
Clearing im Zahlungsverkehr zwischen Banken und Händlern
Im Zahlungsverkehr gleicht Clearing Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Banken ab. Der Begriff beschreibt die Vorstufe zur tatsächlichen Geldbewegung. Ein WIKI zum Thema vermittelt das nötige Wissen über Rollen, Fristen und Abrechnungswege.
Beispiel: Kartenzahlung im stationären Handel
Zahlt eine Kundin mit girocard und PIN, sendet das Terminal die Anfrage über den Zahlungsdienstleister an die kartenausgebende Bank. Diese prüft unter anderem Deckung und Freigabe der Karte.
Danach werden die Ansprüche im Interbanken-Clearing abgestimmt und verrechnet. Der Acquirer betreut den Händler, der Issuer gibt die Karte aus. Eine Clearingstelle kann die Daten bündeln und die Abrechnung vorbereiten.
So wird Clearing erklärt: Mehrere Einzelumsätze werden nach festen Regeln zu Zahlungsansprüchen zusammengeführt. PAYONE kann etwa girocard-Umsätze zentral verarbeiten. Dem Händler werden Sammelgutschriften im vereinbarten Rhythmus ausgezahlt.
Interne, bilaterale und zentrale Clearingsysteme
Beim internen Clearing verrechnen Banken Zahlungen innerhalb des eigenen Hauses oder einer Institutsgruppe. Dies findet sich etwa in Sparkassen- oder Genossenschaftsstrukturen.
Ein bilaterales Verfahren betrifft zwei Kreditinstitute. Sie gleichen ihre gegenseitigen Ansprüche direkt ab. Die Abwicklung kann über Zentralbankkonten erfolgen.
Zentrale Systeme übernehmen diese Aufgabe für viele Teilnehmer. Die Deutsche Bundesbank stellt im Europäischen System der Zentralbanken mit TARGET2 eine Infrastruktur für den Zahlungsverkehr bereit. Dadurch lassen sich Zahlungsdaten und Salden nach einheitlichen Verfahren verarbeiten.
Wertpapier- und Derivateclearing: Risikomanagement an den Finanzmärkten
Wertpapierclearing gleicht Kauf- und Verkaufsaufträge ab, bevor die Lieferung und Zahlung stattfinden. Diese Definition beschreibt einen zentralen Schritt zwischen Geschäftsabschluss und Settlement. Handelspartner können ihre Geschäfte bilateral abwickeln oder eine zentrale Gegenpartei nutzen.
Beim Derivateclearing übernimmt die zentrale Gegenpartei eine Schutzfunktion. Sie tritt zwischen Käufer und Verkäufer und reduziert dadurch das Ausfallrisiko. Mitglieder müssen hohe Anforderungen erfüllen und für offene Positionen Sicherheiten hinterlegen.
In Deutschland sind die Eurex Clearing AG und die European Commodity Clearing AG als zentrale Gegenparteien zugelassen. Beide Firmen gehören zur Deutsche-Börse-Gruppe. Der Begriff Clearing ist deshalb eng mit Liquidität, Sicherheiten und stabilen Handelsabläufen verbunden.
Auch im Industrie-Clearing werden Zahlungsansprüche verrechnet oder vorgezogen. Dieses Verfahren gilt oft als kurzfristiger Kredit, der den Finanzbedarf eines Unternehmens sicherstellt.
In neuen Modellen tauschen große Unternehmen kurzfristig Mittel aus. Dies geschieht auch ohne eine vorherige Lieferbeziehung zwischen ihnen.
FAQ
Was ist Clearing einfach erklärt?
Clearing ist die Prüfung, Zuordnung und Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Geschäftspartnern. Es zeigt, welche Zahlungen nach einer Transaktion auszuführen sind.
Der tatsächliche Geldtransfer erfolgt erst im darauffolgenden Settlement.
Was ist der Unterschied zwischen Clearing und Settlement?
Beim Clearing werden Zahlungsansprüche abgeglichen, bestätigt und gegebenenfalls saldiert. Settlement bedeutet den tatsächlichen Zahlungsausgleich.
Settlement umfasst die Belastung eines Kontos und die Gutschrift auf einem anderen Konto. Erst mit dem Settlement fließt der Geldbetrag endgültig.
Was bedeutet Nettoclearing?
Nettoclearing verrechnet gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten. Am Ende wird nur der verbleibende Saldo überwiesen oder belastet.
Das reduziert die Zahl einzelner Zahlungsbewegungen und kann den Liquiditätsbedarf der Beteiligten senken.
Was ist Bruttoclearing?
Bruttoclearing bedeutet, dass jede Zahlung einzeln abgewickelt wird. Eine vorherige Saldierung findet nicht statt.
Dadurch bleiben alle Zahlungsströme sichtbar, aber die Zahl der Buchungen steigt.
Welche Rolle spielt Clearing bei einer Kartenzahlung?
Bei einer girocard- oder Kreditkartenzahlung stimmt das Clearing die Ansprüche zwischen Händler, Zahlungsdienstleister, kartenausgebendem Institut und Clearingstelle ab.
Der Acquirer bündelt Händlerumsätze, während der Issuer die Karte ausgegeben hat. Kontobelastung der Kundin und Auszahlung an den Händler sind Teil des späteren Settlements.
Was ist Interbanken-Clearing?
Im Interbanken-Clearing tauschen Kreditinstitute Zahlungsaufträge aus, prüfen sie und gleichen die Ansprüche ab. Forderungen und Verbindlichkeiten können saldiert werden.
Der Zahlungsausgleich erfolgt meist über Zentralbankkonten.
Was sind zentrale Gegenparteien im Wertpapier- und Derivateclearing?
Eine zentrale Gegenpartei (Central Counterparty, CCP) tritt zwischen Käufer und Verkäufer eines Finanzgeschäfts auf. Sie überwacht Risiken und verlangt Sicherheiten.
Sie unterstützt die verlässliche Abwicklung von Wertpapier- und Derivategeschäften. In Deutschland sind Eurex Clearing AG und European Commodity Clearing AG zugelassene CCPs.
Warum müssen Clearingmitglieder Sicherheiten hinterlegen?
Sicherheiten begrenzen das Risiko, dass ein Handelspartner seine Verpflichtungen nicht erfüllt. Besonders bei Derivaten schwanken Marktpreise stark.
Die hinterlegten Sicherheiten helfen der Clearingstelle, offene Positionen auch bei Ausfall geordnet abzuwickeln.
Was versteht man unter Industrie-Clearing?
Industrie-Clearing ist eine Finanzierungsform zwischen Unternehmen. Zukünftige Zahlungen aus Lieferungen und Leistungen werden vorgezogen, um kurzfristig Liquidität zu erhalten.
In der klassischen Form ähnelt es einem kurzfristigen Kredit zwischen Geschäftspartnern.
Was bedeutet TARGET2 im Zahlungsverkehr?
TARGET2 ist ein Zahlungssystem im Europäischen System der Zentralbanken. Es dient der Abwicklung von Zahlungen zwischen Banken in Zentralbankgeld.
Die Deutsche Bundesbank unterstützt damit den europäischen Interbanken-Zahlungsverkehr.

