Eine Entlassung bedeutet die sofortige Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber aus einem wichtigen Grund. Im deutschen Arbeitsrecht wird sie meist als außerordentliche oder fristlose Kündigung bezeichnet. Dabei gilt keine ordentliche Kündigungsfrist.
- Entlassung: Definition und Erklärung
- Wann eine fristlose Entlassung im Arbeitsrecht möglich ist
- Wichtiger Grund und Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung
- Typische Gründe für eine Entlassung
- Abmahnung und Interessenabwägung
- Form, Zugang und Fristen bei der Entlassung
- Folgen einer berechtigten oder unberechtigten Entlassung
- FAQ
- Was ist die Definition einer Entlassung im Arbeitsrecht?
- Worin liegt der Unterschied zwischen Entlassung und ordentlicher Kündigung?
- Welche Gründe können eine fristlose Entlassung rechtfertigen?
- Ist vor einer Entlassung immer eine Abmahnung erforderlich?
- Muss eine Entlassung schriftlich erklärt werden?
- Ab wann ist eine Entlassung wirksam?
- Gilt bei der Entlassung eine Zweiwochenfrist?
- Was passiert bei einer unberechtigten Entlassung?
- Kann eine unberechtigte Entlassung angefochten werden?
- Was bedeutet vorzeitiger Austritt?
- Welche Folgen hat eine berechtigte Entlassung für Arbeitslosengeld und Endabrechnung?
Die rechtliche Definition ist streng: Die Weiterbeschäftigung muss für den Arbeitgeber objektiv unzumutbar sein. Dies gilt auch bis zum Ende einer regulären Kündigungsfrist. Eine bloße Unzufriedenheit mit Leistung oder Verhalten reicht meist nicht aus.
Im österreichischen Arbeitsrecht ist der Begriff Entlassung gebräuchlich. Er bezeichnet ebenfalls die vorzeitige Auflösung durch den Arbeitgeber. Die Erklärung wirkt grundsätzlich sofort. Sie kann jedoch gerichtlich überprüft werden, wenn der angegebene Grund nicht zutrifft.
Auch Arbeitnehmer dürfen das Arbeitsverhältnis bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen vorzeitig beenden. Diese Erklärung nennt man vorzeitiger Austritt. Entscheidend ist für beide Seiten, ob ein wichtiger Grund vorliegt.
Wichtige Punkte zur Entlassung
- Eine Entlassung beendet das Arbeitsverhältnis grundsätzlich ohne Frist.
- Im deutschen Recht ist die Bezeichnung fristlose Kündigung geläufiger.
- Erforderlich ist ein wichtiger Grund, der die Fortsetzung unzumutbar macht.
- Die Erklärung des Arbeitgebers muss rechtlich wirksam und klar formuliert sein.
- Arbeitnehmer können bei einem wichtigen Grund vorzeitig austreten.
Entlassung: Definition und Erklärung
Eine Entlassung beendet ein Arbeitsverhältnis sofort. Sie ist eine einseitige Erklärung des Arbeitgebers. Die Entlassung wird wirksam, sobald sie dem Arbeitnehmer zugeht. Eine Zustimmung ist dafür nicht nötig.
Im Unterschied zur ordentlichen Kündigung braucht die Entlassung einen wichtigen Grund. Dieser Grund muss so schwer wiegen, dass eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zumutbar ist. Entscheidend sind stets die konkreten Umstände.
Ein Aufhebungsvertrag beruht auf einer Vereinbarung zwischen beiden Seiten. Die Eigenkündigung wird durch den Arbeitnehmer erklärt und hält normalerweise die Fristen ein. Der vorzeitige Austritt erlaubt eine sofortige Auflösung aus wichtigem Grund.
| Art der Beendigung | Wer erklärt sie? | Wirkung | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Entlassung | Arbeitgeber | Sofort | Wichtiger Grund erforderlich |
| Ordentliche Kündigung | Arbeitgeber oder Arbeitnehmer | Nach Ablauf der Frist | Kündigungsfrist und Termin |
| Aufhebungsvertrag | Beide Vertragsparteien | Zum vereinbarten Zeitpunkt | Einvernehmliche Vereinbarung |
| Eigenkündigung | Arbeitnehmer | Nach Ablauf der Frist | Fristgerechte Erklärung |
Im österreichischen Arbeitsrecht nennt das Angestelltengesetz einige Entlassungsgründe als Beispiele. Für Arbeiter führt die Gewerbeordnung die Gründe abschließend auf. Dieses Wissen hilft bei der ersten Einordnung. Ein WIKI ersetzt jedoch keine Prüfung des Einzelfalls.
Wann eine fristlose Entlassung im Arbeitsrecht möglich ist
Eine fristlose Entlassung beendet das Arbeitsverhältnis sofort. Im deutschen Arbeitsrecht ist sie nur bei einem wichtigen Grund erlaubt. Der Arbeitgeber muss zeigen, dass die Fortsetzung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar ist.
Wichtiger Grund und Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung
Maßgeblich ist immer der konkrete Einzelfall. Schwere Pflichtverstöße, erheblicher Vertrauensverlust oder Betriebsgefährdung können die Trennung rechtfertigen. Für wirtschaftlich Interessierte zeigt dies, wie eng Leistung, Risiko und Vertrauen verbunden sind.
Auch persönliche Umstände sind relevant. Dauer der Beschäftigung, bisheriges Verhalten und Folgen für beide Seiten fließen in die Bewertung ein. Ein einzelner Fehler reicht daher nicht immer aus.
Typische Gründe für eine Entlassung
Zu den möglichen Gründen gehören Diebstahl, Veruntreuung, Geheimnisverrat und schädliches Nebengeschäft. Ebenso können Körperverletzung, ernsthafte Drohungen und grobe Beleidigungen die Zusammenarbeit untragbar machen.
- beharrliche Arbeitsverweigerung ohne Rechtfertigung,
- unbefugtes Verlassen des Arbeitsplatzes,
- Täuschung beim Vertragsschluss,
- unerlaubte Konkurrenz- oder Nebentätigkeit,
- erhebliche und unentschuldigte Fehlzeiten.
Fehlende Eignung für die Tätigkeit oder längere Freiheitsstrafe können ebenfalls relevant sein. Die Bewertung hängt von Aufgabe, betrieblicher Belastung und verfügbaren Alternativen ab. Wirtschaftliches Wissen hilft, solche Risiken früh einzuschätzen.
Abmahnung und Interessenabwägung
Bei steuerbarem Fehlverhalten ist meist zuerst eine Abmahnung erforderlich. Sie macht deutlich, welches Verhalten beanstandet wird und welche Folgen eine Wiederholung hat. Bei besonders schweren Verstößen kann die Abmahnung entfallen.
Danach erfolgt die Interessenabwägung. Es wird geprüft, ob eine Versetzung, ordentliche Kündigung oder eine mildere Maßnahme ausgereicht hätte. Erst wenn diese nicht zumutbar sind, ist eine fristlose Kündigung rechtlich möglich.
Form, Zugang und Fristen bei der Entlassung
Für die Entlassung nach österreichischem Arbeitsrecht gibt es keine strengen Formvorschriften. Der Begriff umfasst daher auch mündliche Aussagen oder schlüssige Handlungen. Entscheidend ist, dass der Arbeitgeber die sofortige Beendigung klar erklärt.
Schriftform und eindeutige Erklärung
Die Schriftform ist meist sinnvoll, weil sie den Inhalt und den Zeitpunkt belegt. Bei Lehrlingen ist sie zwingend erforderlich.
Eine bloße Abmeldung bei der Österreichischen Gesundheitskasse mit dem Hinweis „Entlassung“ ersetzt keine eindeutige Erklärung durch den Arbeitgeber.
Zugang der Kündigung
Eine schriftliche Entlassung wird erst mit Zugang beim Arbeitnehmer wirksam. Ab diesem Zeitpunkt kann der Arbeitgeber die Erklärung nicht ohne Zustimmung zurücknehmen.
Der Zugang sollte daher nachweisbar erfolgen, etwa durch persönliche Übergabe oder einen dokumentierten Brief.
Zweiwochenfrist für Arbeitgeber
Eine starre Zweiwochenfrist wie in Deutschland gilt in Österreich nicht. Der Arbeitgeber muss unverzüglich handeln, sobald der Entlassungsgrund bekannt ist.
Eine kurze Frist zur Prüfung eines unklaren Sachverhalts ist zulässig, darf aber nicht ohne Grund verlängert werden.
Besteht ein Betriebsrat, ist er unverzüglich über die Entlassung zu informieren. Verlangt er eine Beratung, muss diese innerhalb von drei Arbeitstagen stattfinden.
Bei besonders geschützten Arbeitnehmergruppen kann vorher die Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichts erforderlich sein.
Folgen einer berechtigten oder unberechtigten Entlassung
Die Folgen einer Entlassung hängen davon ab, ob ein wichtiger Grund vorlag. Bei einer berechtigten Entlassung endet das Arbeitsverhältnis sofort. Dennoch erstellt der Arbeitgeber eine Endabrechnung. Diese umfasst offenes Entgelt, Urlaubsersatzleistungen und anteilige Sonderzahlungen für Angestellte.
Die Abrechnung ist gesetzlich genau geregelt. Verursacht der Arbeitnehmer den Entlassungsgrund schuldhaft, kann er für entstandene Schäden haften. In Österreich kann das Arbeitslosengeld für 28 Tage ruhen. Diese Sperre setzt schuldhaftes Verhalten voraus.
Auch eine unberechtigte Entlassung beendet meist sofort das Arbeitsverhältnis. Der Arbeitnehmer kann dann eine Kündigungsentschädigung fordern. Diese ersetzt Ansprüche aus einer ordentlichen Kündigung, wie Gehalt, Zulagen, Überstunden, Provisionen und anteilige Sonderzahlungen. Urlaubsansprüche innerhalb der fiktiven Kündigungsfrist können ebenfalls dazugehören.
Liegt kein Entlassungsgrund oder ein unzulässiges Motiv vor, ist eine Anfechtung beim Arbeits- und Sozialgericht möglich. Die Frist beträgt meist zwei Wochen ab Zugang, manchmal nur eine Woche. Für Schwangere, Eltern in Karenz, Betriebsratsmitglieder sowie Wehr- und Zivildienstleistende gelten besondere Schutzregeln. Ohne gerichtliche Zustimmung kann die Entlassung rechtsunwirksam sein.
FAQ
Was ist die Definition einer Entlassung im Arbeitsrecht?
Die Entlassung ist ein Wirtschaftsbegriff aus dem österreichischen Arbeitsrecht. Sie bezeichnet die sofortige, einseitige Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber aus wichtigem Grund. Im deutschen Arbeitsrecht entspricht sie meist der außerordentlichen oder fristlosen Kündigung.
Worin liegt der Unterschied zwischen Entlassung und ordentlicher Kündigung?
Eine ordentliche Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis zum vorgesehenen Termin nach Ablauf der Kündigungsfrist.
Eine Entlassung wirkt dagegen grundsätzlich sofort. Sie ist nur zulässig, wenn dem Arbeitgeber die Fortsetzung bis zum Ende der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.
Welche Gründe können eine fristlose Entlassung rechtfertigen?
Gründe sind etwa Diebstahl, Veruntreuung, Geheimnisverrat, beharrliche Arbeitsverweigerung oder unbefugtes Verlassen des Arbeitsplatzes.
Auch schwere Beleidigungen, Drohungen, schädliche Nebengeschäfte oder erhebliche Dienstuntreue können relevant sein. Die Schwere des Einzelfalls entscheidet stets.
Ist vor einer Entlassung immer eine Abmahnung erforderlich?
Nein. Bei schweren Pflichtverletzungen kann eine Entlassung ohne vorherige Warnung zulässig sein.
Bei weniger gravierenden oder wiederholten Verstößen ist zu prüfen, ob eine Abmahnung erforderlich war und mildere Mittel die Fortsetzung ermöglicht hätten.
Muss eine Entlassung schriftlich erklärt werden?
Nach österreichischem Arbeitsrecht bestehen grundsätzlich keine Formvorschriften. Eine Entlassung kann mündlich oder durch eindeutiges Verhalten erfolgen.
Die Schriftform ist jedoch ratsam, da sie Zugang und Inhalt der Erklärung besser nachweist. Für Lehrlinge muss die Entlassung schriftlich erfolgen.
Ab wann ist eine Entlassung wirksam?
Eine schriftliche Entlassung wird mit Zugang beim Arbeitnehmer wirksam. Die Abmeldung bei der Gesundheitskasse reicht in der Regel nicht aus.
Nach Zugang kann der Arbeitgeber die einseitige Erklärung nicht ohne Weiteres zurücknehmen.
Gilt bei der Entlassung eine Zweiwochenfrist?
Die Zweiwochenfrist im deutschen Arbeitsrecht bezieht sich auf die außerordentliche Kündigung. In Österreich muss die Entlassung unverzüglich nach Kenntnis des Grundes ausgesprochen werden.
Bei unklarem Sachverhalt darf der Arbeitgeber kurz ermitteln, aber die Aufklärung nicht unnötig verzögern.
Was passiert bei einer unberechtigten Entlassung?
Auch eine unberechtigte Entlassung beendet das Arbeitsverhältnis sofort.
Arbeitnehmer haben jedoch Anspruch auf Kündigungsentschädigung. Diese umfasst finanzielle Leistungen wie Gehalt, Zulagen, Provisionen, Sonderzahlungen und Urlaubsansprüche.
Kann eine unberechtigte Entlassung angefochten werden?
Ja. Fehlt ein Entlassungsgrund oder beruht die Maßnahme auf unzulässigem Motiv, kann eine Anfechtung vor dem Arbeits- und Sozialgericht möglich sein.
Die Frist beträgt meist zwei Wochen ab Zugang, manchmal nur eine Woche. Für besonders geschützte Arbeitnehmer gelten weitergehende Regeln.
Was bedeutet vorzeitiger Austritt?
Der vorzeitige Austritt ist das Gegenstück zur Entlassung auf Arbeitnehmerseite. Er erlaubt dem Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis bei wichtigem Grund sofort zu beenden.
Auch hier muss die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses objektiv unzumutbar sein.
Welche Folgen hat eine berechtigte Entlassung für Arbeitslosengeld und Endabrechnung?
Bei einer berechtigten Entlassung ist eine Endabrechnung zu erstellen. Sie enthält das Entgelt bis zur Beendigung, eine Urlaubsersatzleistung und anteilige Sonderzahlungen bei Angestellten.
Bei verschuldeter Entlassung kann der Anspruch auf Arbeitslosengeld in Österreich für 28 Tage ruhen.

