Die Dividendenbesteuerung bedeutet die Besteuerung von Ausschüttungen an Anteilseigner aus dem Gewinn einer Kapitalgesellschaft. Sie betrifft vor allem Dividenden aus Aktien oder Gewinnanteile aus GmbH-Beteiligungen.
- Dividendenbesteuerung
- Was Dividenden und Gewinnausschüttungen sind
- Warum Dividenden auf Unternehmens- und Anlegerebene besteuert werden
- Besteuerung von Dividenden bei privaten Anlegern in Deutschland
- Abgeltungsteuer und Kapitalertragsteuer
- Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag
- Günstigerprüfung und besondere Beteiligungen
- Dividendenbesteuerung bei Unternehmen und Beteiligungen im Betriebsvermögen
- Teileinkünfteverfahren für natürliche Personen im Betriebsvermögen
- Dividenden bei Kapitalgesellschaften als Anteilseigner
- Zeitpunkt des Zuflusses und Steuerbescheinigung
- Ausländische Dividenden, Quellensteuer und Doppelbesteuerungsabkommen
- FAQ
- Was ist die Definition der Dividendenbesteuerung?
- Warum werden Dividenden auf zwei Ebenen besteuert?
- Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden im Privatvermögen?
- Was ist der Unterschied zwischen Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer?
- Wie wirkt der Sparer-Pauschbetrag bei Dividenden?
- Können Werbungskosten bei Dividenden steuerlich abgesetzt werden?
- Wann lohnt sich die Günstigerprüfung bei der Dividendenbesteuerung?
- Was ist das Teileinkünfteverfahren bei Dividenden?
- Wann können private Anteilseigner das Teileinkünfteverfahren beantragen?
- Wie werden Dividenden im Betriebsvermögen einer natürlichen Person besteuert?
- Wie werden Dividenden bei einer Kapitalgesellschaft als Anteilseigner besteuert?
- Was sind Streubesitzdividenden?
- Wann gilt eine Dividende steuerlich als zugeflossen?
- Wofür wird eine Steuerbescheinigung bei Dividenden benötigt?
- Was ist Quellensteuer bei ausländischen Dividenden?
- Wie verhindern Doppelbesteuerungsabkommen eine doppelte Belastung von Dividenden?
- Wie werden Dividenden aus Deutschland an Anleger in Österreich besteuert?
- Wie kann zu viel einbehaltene deutsche Kapitalertragsteuer erstattet werden?
- Was ist der Unterschied zwischen einer Dividende und einer Einlagenrückgewähr?
Auch Ausschüttungen von Genossenschaften und bestimmte gewinnabhängige Zahlungen aus Genussrechten zählen dazu. Diese Kapitalerträge werden beim Empfänger steuerlich erfasst.
Für private Anleger in Deutschland fällt meist Abgeltungsteuer an. Banken behalten sie bei deutschen Wertpapieren in der Regel ein und führen sie an das Finanzamt ab.
Die Besteuerung findet auf zwei Ebenen statt: Zuerst versteuert das Unternehmen seinen Gewinn. Schüttet es einen Teil aus, können auf Ebene des Anteilseigners erneut Steuern anfallen.
Diese wirtschaftliche Doppelbelastung ist ein zentraler Punkt bei der Dividendenbesteuerung. Wie hoch die Steuer letztlich ausfällt, hängt vom Einzelfall ab.
Entscheidend sind der Status des Empfängers und die Höhe der Beteiligung. Ebenso wichtig ist die Frage, ob die Anteile zum Privat- oder Betriebsvermögen gehören.
Bei ausländischen Dividenden spielen Quellensteuern und Doppelbesteuerungsabkommen eine bedeutende Rolle. Für Anleger zählt daher nicht nur die beschlossene Bruttodividende.
Maßgeblich für die persönliche Rendite ist der Betrag, der nach Steuern auf dem Konto verbleibt. Die genaue Behandlung von Kapitalerträgen ist auch für Anlageentscheidungen wichtig.
Wichtige Erkenntnisse
- Dividendenbesteuerung erfasst Ausschüttungen aus Unternehmensgewinnen.
- Dividenden und ähnliche Kapitalerträge sind beim Empfänger meist steuerpflichtig.
- Unternehmensgewinn und Ausschüttung können auf zwei Ebenen besteuert werden.
- Private Anleger zahlen häufig Abgeltungsteuer, die Banken direkt abführen.
- Privat- oder Betriebsvermögen und die Beteiligungshöhe beeinflussen die Steuerregeln.
- Bei ausländischen Dividenden können Quellensteuer und Abkommen zwischen Staaten gelten.
Dividendenbesteuerung
Die Dividendenbesteuerung betrifft Gewinne, die eine Gesellschaft an ihre Anteilseigner auszahlt. Der Begriff umfasst sowohl die Ausschüttung selbst als auch die steuerliche Behandlung bei Unternehmen und Empfängern.
Was Dividenden und Gewinnausschüttungen sind
Eine Dividende ist der Gewinnanteil einer Aktiengesellschaft für ihre Aktionäre. Bei einer GmbH erhalten Gesellschafter meist eine Gewinnausschüttung entsprechend ihrer Beteiligung und einem Beschluss.
Eine offene Gewinnausschüttung benötigt einen wirksamen Gewinnverwendungsbeschluss nach Gesellschaftsrecht. Sie kann auch als Vorabausschüttung erfolgen, falls die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Begriff schließt auch Bezüge von Körperschaften ein, die ihre Erträge selbst versteuern.
Davon zu unterscheiden sind Zahlungen aus dem steuerlichen Einlagekonto. Diese gelten nicht automatisch als Gewinn. Bei natürlichen Personen können solche Rückzahlungen als Veräußerungsvorgang behandelt werden.
Warum Dividenden auf Unternehmens- und Anlegerebene besteuert werden
Gesellschaft und Anteilseigner sind steuerlich getrennte Rechtsträger. Das Unternehmen versteuert seinen Gewinn zunächst selbst. Danach erfolgt die Gewinnausschüttung an Aktionäre oder Gesellschafter.
Beim Empfänger kann die Auszahlung nochmals steuerlich relevant sein. Um Doppelbesteuerung zu begrenzen, gelten Steueranrechnung, Teilfreistellung oder Steuerbefreiung. Wichtig sind Empfängertyp, Beteiligung und Herkunft der Zahlung.
Besteuerung von Dividenden bei privaten Anlegern in Deutschland
Dividenden aus Aktien im Privatvermögen gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Für Anleger ist wichtig zu wissen, dass der Steuerabzug meist direkt bei der Auszahlung erfolgt. Deshalb sollte das WIKI zur Geldanlage auch die Steuerregeln einbeziehen.
Abgeltungsteuer und Kapitalertragsteuer
Auf Dividenden fallen grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die depotführende Bank behält die Kapitalertragsteuer meist ein und führt sie an das Finanzamt ab.
Besteuert wird die Bruttodividende, also der Betrag vor dem Steuerabzug. Für viele private Anleger ist die Steuer damit abgegolten. Eine eigene Angabe in der Steuererklärung ist dann oft nicht nötig.
Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag
Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei Einzelpersonen liegt er bei 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro. Damit die Bank dies berücksichtigt, ist ein Freistellungsauftrag erforderlich.
Der Freistellungsauftrag kann auf mehrere Banken verteilt werden. Die Summe aller Aufträge darf den persönlichen Pauschbetrag nicht übersteigen. Wurde zu viel Kapitalertragsteuer einbehalten, ist eine Erstattung durch die Einkommensteuererklärung möglich.
| Fall | Steuerliche Behandlung |
|---|---|
| Freistellungsauftrag ausreichend | Die Bank zahlt Dividenden bis zum verfügbaren Pauschbetrag ohne Steuerabzug aus. |
| Kein oder zu niedriger Auftrag | Die Bank behält Abgeltungsteuer ein; eine Erstattung kann über die Veranlagung erfolgen. |
| Persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent | Die Günstigerprüfung kann zu einer niedrigeren Steuer führen. |
Günstigerprüfung und besondere Beteiligungen
Liegt der persönliche Einkommensteuersatz unter 25 Prozent, kann die Günstigerprüfung beantragt werden. Das Finanzamt vergleicht die Berechnungen und setzt die günstigere Steuer fest.
Bei größeren Beteiligungen gelten besondere Regeln. Wer mindestens 25 Prozent hält oder mindestens 1 Prozent besitzt und beruflich für die Gesellschaft tätig ist, kann unter Voraussetzungen das Teileinkünfteverfahren wählen.
Dann sind 40 Prozent der Dividende steuerfrei. Zudem werden tatsächliche Werbungskosten anteilig abzugsfähig.
Dividendenbesteuerung bei Unternehmen und Beteiligungen im Betriebsvermögen
Bei betrieblich gehaltenen Anteilen gelten andere Regeln als im Privatvermögen. Rechtsform, Beteiligungsquote und Auszahlungsdatum beeinflussen die Steuerlast.
Teileinkünfteverfahren für natürliche Personen im Betriebsvermögen
Eine natürliche Person mit Anteilen im Betriebsvermögen unterliegt meist dem Teileinkünfteverfahren. Es besagt, dass 60 Prozent der Dividende steuerpflichtig sind.
Die restlichen 40 Prozent bleiben steuerfrei. Kosten rund um die Beteiligung wirken nur anteilig.
Zinsen, Beratungskosten oder Depotgebühren sind zu 60 Prozent als Betriebsausgaben abziehbar. Die Kapitalertragsteuer wird jedoch bei Ausschüttung zunächst einbehalten.
Dividenden bei Kapitalgesellschaften als Anteilseigner
Dividenden an Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich zu 95 Prozent steuerfrei. Die übrigen fünf Prozent gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben.
Eine Ausnahme gilt für Streubesitzdividenden. Liegt die Beteiligung zu Jahresbeginn unter zehn Prozent, sind Dividenden grundsätzlich steuerpflichtig.
| Empfänger der Dividende | Steuerliche Behandlung | Wichtiger Punkt |
|---|---|---|
| Natürliche Person mit Betriebsvermögen | 60 Prozent der Dividende sind steuerpflichtig | Zusammenhängende Ausgaben sind zu 60 Prozent abziehbar |
| Kapitalgesellschaft mit Beteiligung ab 10 Prozent | Grundsätzlich 95 Prozent steuerfrei | Fünf Prozent werden als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben erfasst |
| Kapitalgesellschaft mit Streubesitz | Dividende grundsätzlich steuerpflichtig | Die Quote liegt zu Jahresbeginn unter zehn Prozent |
Zeitpunkt des Zuflusses und Steuerbescheinigung
Für den steuerlichen Zufluss zählt meist die Gutschrift auf dem Konto des Anteilseigners. Der Auszahlungstag im Ausschüttungsbeschluss ist für den Steuerabzug entscheidend.
Fehlt dieser Tag, gilt der Tag nach dem Beschluss als Stichtag. Die auszahlende Stelle stellt eine Steuerbescheinigung aus, die den Steuerabzug belegt.
Sie ermöglicht die Anrechnung der Steuer im Veranlagungsverfahren. Steuerinländer können mit einem Freistellungsauftrag den Abzug vor Auszahlung verhindern.
Alternativ gilt auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Ausländische Dividenden, Quellensteuer und Doppelbesteuerungsabkommen
Ausländische Dividenden können in zwei Ländern steuerlich erfasst werden. Oft behält der Staat der ausschüttenden Gesellschaft eine Quellensteuer ein. Zusätzlich besteuert Deutschland den Ertrag beim hier ansässigen Anleger. Das Doppelbesteuerungsabkommen regelt die Aufteilung der Steuerrechte beider Staaten.
Meist wird die ausländische Quellensteuer bis zu einem bestimmten Satz auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Entscheidend sind das jeweilige Abkommen und eine korrekte Steuerbescheinigung der Bank. Nicht jeder einbehaltene Betrag ist anrechenbar. Zu hohe Abzüge müssen Anleger oft im Quellenstaat zurückfordern.
Bei deutschen Dividenden an Steuerausländer begrenzt ein Doppelbesteuerungsabkommen oft den Steuerabzug. Im deutsch-österreichischen Abkommen sind für in Österreich ansässige Personen grundsätzlich 15 Prozent zulässig. Wenn eine österreichische Kapitalgesellschaft mindestens 10 Prozent hält, kann der Satz auf höchstens 5 Prozent sinken.
Eine Entlastung an der Quelle setzt voraus, dass die Freistellungsbescheinigung vor der Auszahlung vorliegt. Wurde zu viel deutsche Kapitalertragsteuer einbehalten, ist eine Erstattung beim Bundeszentralamt für Steuern möglich. Anleger sollten Beteiligungsquote, Ansässigkeit und Unterlagen bei ausländischen Dividenden frühzeitig prüfen.
FAQ
Was ist die Definition der Dividendenbesteuerung?
Die Dividendenbesteuerung erfasst Ausschüttungen, die Anteilseigner aus dem Gewinn einer Kapitalgesellschaft erhalten. Dazu zählen Aktiendividenden, Gewinnanteile aus GmbH-Beteiligungen und Ausschüttungen von Genossenschaften. Sie gehören beim Empfänger grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.
Warum werden Dividenden auf zwei Ebenen besteuert?
Zunächst versteuert die Gesellschaft ihren erwirtschafteten Gewinn. Wird der verbleibende Gewinn an Anteilseigner ausgeschüttet, ist die Auszahlung beim Empfänger erneut steuerpflichtig. Diese Doppelbelastung wird je nach Anleger durch Anrechnung, Teilfreistellung oder Steuerbefreiung begrenzt.
Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden im Privatvermögen?
Für private Anleger gilt in Deutschland meist die Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Kapitalertragsteuer wird in der Regel von der Bank oder der ausschüttenden Gesellschaft einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Was ist der Unterschied zwischen Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer?
Die Kapitalertragsteuer ist der Steuerabzug direkt bei der Auszahlung einer Dividende. Die Abgeltungsteuer beschreibt die steuerliche Wirkung dieses Abzugs bei privaten Kapitalerträgen. Für viele Anleger ist die Steuer damit abgegolten und eine Angabe in der Einkommensteuererklärung nicht erforderlich.
Wie wirkt der Sparer-Pauschbetrag bei Dividenden?
Der Sparer-Pauschbetrag reduziert steuerpflichtige Kapitalerträge. Damit die Bank ihn bereits bei der Auszahlung berücksichtigt, muss ein Freistellungsauftrag vorliegen. Fehlt dieser oder reicht er nicht aus, kann eine Erstattung über die Einkommensteuerveranlagung möglich sein.
Können Werbungskosten bei Dividenden steuerlich abgesetzt werden?
Im Abgeltungsteuersystem sind tatsächliche Werbungskosten grundsätzlich nicht zusätzlich abziehbar. Sie gelten mit dem Sparer-Pauschbetrag als berücksichtigt. Beim Teileinkünfteverfahren können tatsächliche Aufwendungen anteilig abgezogen werden.
Wann lohnt sich die Günstigerprüfung bei der Dividendenbesteuerung?
Die Günstigerprüfung ist sinnvoll, wenn der persönliche Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt. Das Finanzamt prüft dann, ob die Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz günstiger ist als die Abgeltungsteuer. Die Prüfung muss in der Einkommensteuererklärung beantragt werden.
Was ist das Teileinkünfteverfahren bei Dividenden?
Beim Teileinkünfteverfahren sind 40 Prozent der Dividende steuerfrei. 60 Prozent werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Gleichzeitig können Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu 60 Prozent berücksichtigt werden.
Das Verfahren gilt unter anderem für Beteiligungen im Betriebsvermögen.
Wann können private Anteilseigner das Teileinkünfteverfahren beantragen?
Ein Antrag ist grundsätzlich bei einer Beteiligung von mindestens 25 Prozent möglich. Er kann auch bei mindestens 1 Prozent greifen, wenn der Anteilseigner beruflich für die Gesellschaft tätig ist. Dabei muss er maßgeblichen unternehmerischen Einfluss ausüben.
Die konkrete steuerliche Wirkung hängt vom individuellen Steuersatz und den tatsächlichen Kosten ab.
Wie werden Dividenden im Betriebsvermögen einer natürlichen Person besteuert?
Hält eine natürliche Person Aktien oder GmbH-Anteile im Betriebsvermögen, unterliegen Dividenden meist zu 60 Prozent der Besteuerung. Betriebsausgaben, die mit der Beteiligung verbunden sind, sind ebenfalls zu 60 Prozent abzugsfähig.
Die Kapitalertragsteuer wird bei der Ausschüttung trotzdem zunächst einbehalten.
Wie werden Dividenden bei einer Kapitalgesellschaft als Anteilseigner besteuert?
Dividenden sind bei einer empfangenden Kapitalgesellschaft grundsätzlich zu 95 Prozent steuerbefreit. Die verbleibenden 5 Prozent gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Bei Streubesitzdividenden aus Beteiligungen von weniger als 10 Prozent greift die Steuerbefreiung meist nicht.
Was sind Streubesitzdividenden?
Streubesitzdividenden sind Ausschüttungen an Kapitalgesellschaften, die weniger als 10 Prozent an der ausschüttenden Gesellschaft halten. Diese Dividenden sind bei der empfangenden Gesellschaft grundsätzlich steuerpflichtig. Die übliche 95-prozentige Steuerbefreiung findet dann meist keine Anwendung.
Wann gilt eine Dividende steuerlich als zugeflossen?
Für den Anteilseigner ist maßgeblich der Zeitpunkt der Gutschrift auf dem Konto. Für die Entstehung der Kapitalertragsteuer ist der im Gewinnverwendungsbeschluss festgelegte Auszahlungstag entscheidend.
Fehlt ein Termin, gilt meist der Tag nach der Beschlussfassung als Zuflusstag für den Steuerabzug.
Wofür wird eine Steuerbescheinigung bei Dividenden benötigt?
Die Steuerbescheinigung weist aus, welche Kapitalertragsteuer, welcher Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls welche Kirchensteuer einbehalten wurden. Sie ist wichtig, wenn ein Anleger die Steuer im Rahmen der Veranlagung anrechnen lassen möchte. Banken stellen die Angaben meist in der Jahressteuerbescheinigung bereit.
Was ist Quellensteuer bei ausländischen Dividenden?
Quellensteuer ist eine Steuer, die der Staat der ausschüttenden Gesellschaft direkt bei der Dividendenauszahlung einbehält. Bei Dividenden aus Frankreich, den USA oder der Schweiz kann dort Quellensteuer anfallen. Zusätzlich kann Deutschland die Dividende als Ansässigkeitsstaat besteuern.
Wie verhindern Doppelbesteuerungsabkommen eine doppelte Belastung von Dividenden?
Doppelbesteuerungsabkommen regeln, welcher Staat Dividenden besteuern darf und wie hoch Quellensteuer zulässig ist. Sie ermöglichen eine Anrechnung ausländischer Steuer in Deutschland oder begrenzen den Quellensteuerabzug. Entscheidend sind das jeweilige Abkommen, der Ansässigkeitsstaat und die Steuerbescheinigung.
Wie werden Dividenden aus Deutschland an Anleger in Österreich besteuert?
Nach dem deutsch-österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen darf Deutschland bei Dividenden an in Österreich ansässige Personen höchstens 15 Prozent Steuer einbehalten. Bei einer österreichischen Kapitalgesellschaft mit mindestens 10 Prozent Beteiligung kann der Satz auf höchstens 5 Prozent begrenzt sein.
Voraussetzung ist, dass keine weitergehende Befreiung nach der Mutter-Tochter-Richtlinie greift.
Wie kann zu viel einbehaltene deutsche Kapitalertragsteuer erstattet werden?
Steuerausländer können zu viel einbehaltene deutsche Abzugsteuer beim Bundeszentralamt für Steuern zurückfordern. Eine Entlastung direkt an der Quelle ist möglich, wenn vor der Auszahlung eine gültige Freistellungsbescheinigung vorliegt.
Andernfalls erfolgt die Entlastung regelmäßig im Erstattungsverfahren.
Was ist der Unterschied zwischen einer Dividende und einer Einlagenrückgewähr?
Eine Dividende ist eine Ausschüttung aus dem erwirtschafteten Gewinn der Gesellschaft. Eine Einlagenrückgewähr stammt aus dem steuerlichen Einlagekonto und ist keine gewöhnliche Gewinnausschüttung.
Bei natürlichen Personen kann sie unter bestimmten Voraussetzungen als veräußerungsähnlicher Vorgang behandelt werden und die Anschaffungskosten der Beteiligung mindern.

