Mithilfe von KI erstellt
TUI erwartet für 2025/26 ein bereinigtes EBIT von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Hotels und Kreuzfahrten melden höhere Durchschnittsraten, während der gebuchte Sommerumsatz im Veranstalter- und Fluggeschäft fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt.
TUI hat am 22. September 2026 die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 konkretisiert und erwartet ein bereinigtes EBIT von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen. Nach vorläufigen Unternehmensangaben lag der gebuchte Umsatz im Segment Märkte + Airline für den Sommer 2026 fünf Prozent unter dem Niveau des Sommers 2025. Damit entwickeln sich die Geschäftsbereiche des Reisekonzerns unterschiedlich: Hotels und Kreuzfahrten verzeichnen höhere gebuchte Durchschnittsraten, während kurzfristigere Buchungen das Veranstalter- und Fluggeschäft prägen.
Als Grundlage der konkretisierten Prognose nennt TUI die starke Nachfrage im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 nach Angeboten des Segments Urlaubserlebnisse sowie eine zuletzt verbesserte Buchungsdynamik bei Märkte + Airline. Das bereinigte EBIT ist eine von TUI verwendete Steuerungskennzahl für den operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern nach unternehmenseigenen Bereinigungen. Die Prognose gilt zu konstanten Wechselkursen und rechnet damit Währungsschwankungen heraus.
Gebuchter Sommerumsatz liegt fünf Prozent niedriger
Im Segment Märkte + Airline, zu dem das Veranstalter- und Fluggeschäft gehört, lag der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 nach vorläufigen Unternehmensangaben fünf Prozent unter dem Wert des Sommers 2025. Die Kennzahl beschreibt den Wert der bereits vorgenommenen Buchungen, nicht den endgültig realisierten Umsatz des gesamten Geschäftszeitraums. Sie erlaubt zudem keine direkte Aussage darüber, ob weniger Menschen verreisen oder ob etwa Preise, Reisedauer und Produktmix den Buchungswert beeinflusst haben.
Auch für den Winter 2026/27 setzt sich nach Angaben von TUI der Trend zu kurzfristigeren Entscheidungen fort. Der Konzern verweist auf ein herausforderndes geopolitisches und wirtschaftliches Umfeld. TUI will seine Kapazitäten deshalb vorsichtig steuern und flexibel an die Kundennachfrage anpassen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise behaupten sich nach Darstellung des Unternehmens weiterhin gut.
Hotels melden höhere Raten bei niedrigerer Auslastung
Bei Hotels und Resorts sollen die verfügbaren Bettennächte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 um ein Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum steigen. Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 plant TUI einen Ausbau um sieben Prozent.
Die gebuchte Hotelauslastung für das vierte Geschäftsquartal verbesserte sich seit dem vorherigen Update vom 12. August 2026 um einen Prozentpunkt, liegt aber weiterhin zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. TUI führt den Abstand unter anderem auf die Folgen eines Hurrikans auf Jamaika, geopolitische Belastungen im östlichen Mittelmeer und die Anlaufphase neu eröffneter Hotels zurück.
Parallel liegt die gebuchte Durchschnittsrate im vierten Geschäftsquartal vier Prozent über dem Vorjahresniveau. Für das erste Halbjahr 2026/27 beträgt das Plus ein Prozent. Die Daten zeigen damit einen Ausbau des Angebots bei höheren gebuchten Raten, während die Auslastung zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 noch nicht das Vorjahresniveau erreicht. Ob der Kapazitätsausbau einen höheren Ergebnisbeitrag liefert, lässt sich aus den Buchungsdaten allein nicht ableiten.
Kreuzfahrtkapazität steigt deutlich
Im Kreuzfahrtgeschäft hat TUI die Flotte innerhalb von zwei Jahren um drei auf insgesamt 19 Schiffe erweitert. Die im Juni gestartete Mein Schiff Flow erweitert die Flotte nach TUI-Angaben um 4.000 Betten. Dadurch steigen die verfügbaren Passagiertage im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 um zwölf Prozent und im ersten Halbjahr 2026/27 um 17 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahreszeiträumen.
Für das vierte Geschäftsquartal erreicht die gebuchte Auslastung trotz der zusätzlichen Kapazität das Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr 2026/27 liegt sie dagegen sechs Prozentpunkte darunter. TUI begründet den Rückstand insbesondere damit, dass überarbeitete Routen der Mein Schiff Flow infolge des Iran-Krieges später in den Verkauf gingen. Nach Unternehmensangaben verbessert sich die gebuchte Auslastung inzwischen von Woche zu Woche.
Die durchschnittlichen Kreuzfahrtraten liegen sowohl im vierten Geschäftsquartal als auch im ersten Halbjahr 2026/27 jeweils zwei Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Eine niedrigere Auslastungsquote bei größerer Kapazität bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die absolute Zahl der Buchungen oder Passagiertage gesunken ist. Wie sich der Kapazitätsausbau auf das Ergebnis auswirkt, geht aus den Buchungsdaten nicht hervor. Zu berücksichtigen ist zudem, dass TUI Cruises als Gemeinschaftsunternehmen geführt wird.
Auslastung entscheidet über den Nutzen des Ausbaus
Das Buchungsupdate zeigt unterschiedliche Preis-, Kapazitäts- und Nachfrageentwicklungen innerhalb des Konzerns. Im Segment Märkte + Airline liegt der vorläufig gebuchte Sommerumsatz unter dem Vorjahreswert. Hotels und Kreuzfahrten melden dagegen größere Kapazitäten und höhere gebuchte Durchschnittsraten. Eine finanzielle Kompensation zwischen den Bereichen lässt sich daraus ohne deren vollständige Ergebniszahlen nicht ableiten.
Für TUI kommt es damit darauf an, die zusätzlichen Hotelbetten und Passagiertage zu den höheren Durchschnittsraten ausreichend auszulasten. Wetterereignisse, geopolitische Konflikte und kurzfristigere Reiseentscheidungen erschweren diese Steuerung, weil sich Nachfrage und regionale Reiseströme schneller verschieben können.
Die für den 9. Dezember 2026 angekündigten Geschäftsjahreszahlen sollen zeigen, wie sich die Entwicklung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 im Ergebnis niedergeschlagen hat. Die Angaben zum ersten Halbjahr 2026/27 bleiben dagegen Buchungs- und Kapazitätsindikatoren für das neue Geschäftsjahr.

