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dapd Nachrichtenagentur: Geschichte, Aufstieg, Ende eines dpa-Herausforderers und der Neuanfang 2026

Jens Schumacher - DAPD
Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026 11:58
Jens Schumacher - DAPD
Vor 11 Stunden
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dapd Nachrichtenagentur Geschichte, Aufstieg, Ende eines dpa-Herausforderers und der Neuanfang 2026
KI Symbolbild
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Die dapd Nachrichtenagentur gehörte für kurze Zeit zu den bedeutenden Nachrichtenagenturen in Deutschland. Entstanden aus dem Deutschen Depeschendienst ddp und dem deutschen Dienst der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press, trat dapd 2010 mit großen Ambitionen an: Das Unternehmen wollte sich als umfassende Vollagentur etablieren und dem Marktführer dpa einen ernst zu nehmenden Wettbewerber gegenüberstellen.

Inhaltsverzeichnis
  • Die Wurzeln von dapd liegen beim Deutschen Depeschendienst
  • Aus ddp und AP entstand eine neue Vollagentur
  • Hauptsitz der Nachrichtenagentur war Berlin
  • dapd wollte eine Alternative zur dpa werden
  • Das Angebot wurde kontinuierlich erweitert
  • Expansion nach Frankreich
  • Hinter dem schnellen Wachstum standen hohe finanzielle Belastungen
  • Im Oktober 2012 kam die Insolvenz
  • Associated Press beendete die Zusammenarbeit
  • Ein neuer Anlauf Anfang 2013
  • Am 11. April 2013 stellte dapd den Dienst ein
  • Was aus den dapd-Inhalten wurde
  • Warum alte dapd-Links noch heute im Internet auftauchen
  • dapd als Kapitel der deutschen Mediengeschichte
  • dapd.de heute

Innerhalb weniger Jahre baute dapd sein Angebot erheblich aus. Die Agentur lieferte Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und weiteren Ressorts, bot Foto- und Videodienste an und expandierte auch international.

Der schnelle Aufstieg hielt jedoch nicht lange an. Im Oktober 2012 mussten zentrale Unternehmen der Gruppe Insolvenz anmelden. Nach mehreren Versuchen, den Nachrichtendienst zu sanieren und neue Investoren zu finden, wurde der Agenturbetrieb am 11. April 2013 eingestellt.

Damit endete ein ungewöhnlich kurzes, aber prägendes Kapitel auf dem deutschen Nachrichtenmarkt.

Die Wurzeln von dapd liegen beim Deutschen Depeschendienst

Die Geschichte von dapd begann nicht erst 2010.

Eine wesentliche Grundlage war der Deutsche Depeschendienst, kurz ddp. Die Nachrichtenagentur existierte bereits seit den 1970er-Jahren und hatte ihren Sitz später in Berlin.

ddp berichtete über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ereignisse in Deutschland und unterhielt ein eigenes Netz von Redaktionen und Korrespondenten.

Eine entscheidende Veränderung erfolgte Ende 2009.

Die Eigentümer des ddp übernahmen den deutschsprachigen Dienst der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press, kurz AP. Dadurch kamen zwei zuvor getrennte Nachrichtenangebote unter eine gemeinsame unternehmerische Führung.

Aus dieser Konstellation entwickelte sich schließlich dapd.

Aus ddp und AP entstand eine neue Vollagentur

Im Jahr 2010 wurden die Aktivitäten von ddp und dem ehemaligen deutschen AP-Dienst zunehmend zusammengeführt.

Im September 2010 startete schließlich der gemeinsame Nachrichtendienst unter der Marke dapd.

Damit entstand eine Agentur, die sowohl über Deutschland als auch über internationale Ereignisse berichten konnte.

Der Anspruch war ausgesprochen ambitioniert: dapd wollte nicht lediglich ein ergänzender Nachrichtendienst sein, sondern als sogenannte Vollagentur auftreten.

Eine Vollagentur muss Medienkunden möglichst umfassend versorgen können. Dazu gehören insbesondere Meldungen aus Politik und Wirtschaft, nationale und internationale Nachrichten, Regionalberichterstattung, Sport sowie zunehmend Fotos, Videos und weitere digitale Inhalte.

Für Zeitungen, Onlineportale, Rundfunksender und andere Medienunternehmen sollte dapd damit eine Alternative zu bestehenden Agenturdiensten bieten.

Hauptsitz der Nachrichtenagentur war Berlin

dapd hatte seinen Sitz in Berlin.

Von dort aus wurde ein Netzwerk aus Redaktionen, Korrespondenten und weiteren journalistischen Mitarbeitern koordiniert. Die Agentur belieferte zahlreiche Medien und institutionelle Kunden mit aktuellen Nachrichten.

Wie für eine Nachrichtenagentur üblich, blieben viele dapd-Texte für das breite Publikum zunächst unsichtbar.

Agenturmeldungen erscheinen häufig nicht auf einer eigenen Nachrichtenseite, sondern werden von Zeitungen, Internetportalen, Radio- und Fernsehsendern übernommen. Dabei können sie unverändert erscheinen oder von den jeweiligen Redaktionen bearbeitet und ergänzt werden.

Dadurch fanden Meldungen der dapd in zahlreichen deutschen Medien Verbreitung.

Die Marke wurde insbesondere zwischen 2010 und 2012 im deutschen Nachrichtenbetrieb zunehmend sichtbar.

dapd wollte eine Alternative zur dpa werden

Der deutsche Markt für Nachrichtenagenturen war traditionell stark von der Deutschen Presse-Agentur geprägt.

dapd versuchte, diese Struktur aufzubrechen.

Für Medienunternehmen konnte ein zusätzlicher großer Anbieter durchaus interessant sein. Konkurrenz zwischen Nachrichtenagenturen versprach alternative Angebote, unterschiedliche Preismodelle und eine größere Auswahl journalistischer Inhalte.

dapd trat entsprechend selbstbewusst auf.

Die Agentur baute ihre redaktionellen Kapazitäten aus, entwickelte zusätzliche Dienste und gewann Kunden. Zeitweise gelang es dem Unternehmen auch, Aufträge gegen den etablierten Wettbewerber dpa zu gewinnen.

Diese Entwicklung machte dapd innerhalb kurzer Zeit zu einem viel beachteten Akteur auf dem deutschen Medienmarkt.

Das Angebot wurde kontinuierlich erweitert

Das Unternehmen beschränkte sich nicht auf klassische Textmeldungen.

dapd versuchte, mehrere Bereiche der Medienproduktion unter einem Dach zusammenzuführen.

Neben dem allgemeinen Nachrichtendienst entstanden beziehungsweise wuchsen Angebote für:

  • Politik und Wirtschaft
  • nationale und internationale Nachrichten
  • Regionalberichterstattung
  • Sport
  • Fotografie
  • Video
  • Unterhaltung und People-Themen
  • digitale Medienangebote

Im August 2011 startete beispielsweise ein eigener Sportdienst.

Auch das Bildgeschäft spielte eine wichtige Rolle. Die Unternehmensgruppe engagierte sich bei Fotoagenturen und Bildarchiven und übernahm unter anderem die französische Fotoagentur Sipa Press.

Zum 1. April 2012 kam die Bildagentur Picture Press hinzu, die zuvor zu Gruner + Jahr gehört hatte.

dapd wollte damit zunehmend mehr sein als ein klassischer Lieferant von Textmeldungen.

Expansion nach Frankreich

Besonders ambitioniert waren die internationalen Pläne.

Nach dem Einstieg bei Sipa Press bereitete die Gruppe den Aufbau eines französischen Nachrichtendienstes vor.

Damit wollte dapd auf einem Markt aktiv werden, der traditionell von der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse, kurz AFP, geprägt war.

Für den geplanten Dienst sollten zusätzliche Journalisten eingestellt werden.

Die französische Expansion verdeutlicht, wie offensiv die Unternehmensstrategie damals ausgerichtet war. Wenige Jahre nach der Neuaufstellung in Deutschland plante dapd bereits den Aufbau eines weiteren umfassenden Nachrichtendienstes in einem großen europäischen Medienmarkt.

Rückblickend gehörte diese Expansion allerdings auch zu einer Phase, in der die Kosten des Unternehmens stark wuchsen.

Hinter dem schnellen Wachstum standen hohe finanzielle Belastungen

Der Aufbau einer Nachrichtenagentur ist teuer.

Ein flächendeckender Nachrichtendienst benötigt Redakteure, Reporter und Korrespondenten, technische Systeme, Bild- und Videodienste sowie eine Infrastruktur, die praktisch rund um die Uhr verfügbar sein muss.

Diese Kosten fallen kontinuierlich an – unabhängig davon, wie viele Meldungen an einem einzelnen Tag produziert werden.

Gleichzeitig gerieten viele Medienunternehmen bereits Anfang der 2010er-Jahre wirtschaftlich unter Druck. Zeitungsverlage mussten sparen, Redaktionen wurden zusammengelegt und auch die Ausgaben für Nachrichtenagenturen wurden stärker überprüft.

dapd versuchte in diesem schwierigen Umfeld gleichzeitig zu wachsen.

Die Agentur gewann zwar Aufmerksamkeit und Kunden, konnte ihre hohen laufenden Kosten aber letztlich nicht dauerhaft durch entsprechende Einnahmen decken.

Im Oktober 2012 kam die Insolvenz

Am 2. Oktober 2012 wurde öffentlich bekannt, dass zentrale Unternehmen der dapd-Gruppe zahlungsunfähig waren.

Die dapd nachrichtenagentur GmbH und die dapd nachrichten GmbH beantragten beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Weitere Gesellschaften folgten.

Betroffen waren Bereiche des Kerngeschäfts, darunter Recherche, Sport, Video und weitere Nachrichtendienste.

Der Geschäftsbetrieb sollte zunächst weitergeführt werden. Ziel war eine Restrukturierung der Agentur.

Für Mitarbeiter, Kunden und die gesamte Medienbranche begann damit jedoch eine Phase erheblicher Unsicherheit.

Associated Press beendete die Zusammenarbeit

Ein weiterer Einschnitt folgte im Verlauf der Restrukturierung.

Associated Press beendete die Zusammenarbeit mit dapd und vereinbarte für die Verbreitung ihrer deutschsprachigen Dienste eine Kooperation mit der dpa.

Für dapd war das problematisch.

Die internationale Berichterstattung der Agentur hatte über Jahre auf die Zusammenarbeit mit AP zurückgreifen können. Der Verlust dieses Angebots bedeutete, dass ein wichtiger Bestandteil des Nachrichtendienstes ersetzt werden musste.

Trotzdem versuchten die Verantwortlichen zunächst, dapd als Vollagentur fortzuführen.

Die Belegschaft wurde verkleinert und nach Investoren gesucht.

Ein neuer Anlauf Anfang 2013

Teile des Unternehmens wurden Anfang 2013 von einer Investorengruppe übernommen.

Der Nachrichtendienst lief zunächst weiter.

Die wirtschaftliche Grundlage blieb jedoch schwierig. Kunden hatten die Agentur verlassen, Mitarbeiter wechselten zu anderen Unternehmen und gleichzeitig mussten die journalistischen Dienste weiterhin täglich produziert werden.

Die Hoffnung bestand darin, dapd in verkleinerter Form weiterzuführen.

Dieser Versuch brachte keine dauerhafte Stabilisierung.

Am 1. März 2013 wurde erneut ein Insolvenzantrag im Umfeld der Nachrichtenagentur gestellt.

Wieder begann die Suche nach Investoren und möglichen Käufern.

Am 11. April 2013 stellte dapd den Dienst ein

Mehrere Gespräche über eine Fortführung führten letztlich nicht zu einer tragfähigen Lösung.

Am 11. April 2013 wurde der Nachrichtendienst eingestellt.

Damit endete nach nur wenigen Jahren der Versuch, neben der dpa dauerhaft eine zweite große deutsche Vollagentur aufzubauen.

Für die verbliebenen Mitarbeiter bedeutete das Ende des Dienstes den Verlust ihrer Arbeitsplätze beziehungsweise die Suche nach neuen Tätigkeiten in anderen Medienunternehmen.

Teile der früheren Aktivitäten und Archive gingen später an andere Unternehmen.

Die eigentliche dapd Nachrichtenagentur existierte jedoch nicht weiter.

Was aus den dapd-Inhalten wurde

Die Einstellung des laufenden Nachrichtendienstes bedeutete nicht, dass sämtliche journalistischen Inhalte verschwanden.

Über die Jahre hatte dapd ein umfangreiches Text- und Bildarchiv aufgebaut. Millionen von Agenturmeldungen dokumentierten politische Ereignisse, Wirtschaftsnews, gesellschaftliche Entwicklungen und zahlreiche weitere Themen.

Rechte an Teilen dieses Materials wurden später weiterverkauft.

Auch einzelne Unternehmen und Geschäftsbereiche aus dem damaligen Umfeld entwickelten sich unabhängig von der Nachrichtenagentur weiter.

Dadurch lebt ein Teil der journalistischen und wirtschaftlichen Geschichte der dapd bis heute in Archiven und Nachfolgeunternehmen fort.

Warum alte dapd-Links noch heute im Internet auftauchen

Obwohl die Nachrichtenagentur 2013 ihren Dienst einstellte, finden sich im Internet noch zahlreiche Verweise auf dapd.

Der Grund liegt in der großen Verbreitung des damaligen Nachrichtendienstes.

Zeitungen, Magazine, Fachportale, Blogs, Behörden und andere Webseiten verwiesen auf Pressemitteilungen, Unternehmensseiten oder Quellen der Nachrichtenagentur.

Daneben betrieb dapd einen eigenen Kurzlink-Dienst unter url.dapd.de. Solche Links wurden vor allem genutzt, um auf externe Quellen, Studien, Dokumente oder weiterführende Informationen zu verweisen.

Viele dieser historischen Links befinden sich noch heute in älteren Onlineartikeln.

Sie sind damit zugleich Spuren einer Nachrichtenagentur, die für einige Jahre einen erheblichen Teil des deutschen Nachrichtenstroms mitprägte.

dapd als Kapitel der deutschen Mediengeschichte

Die Geschichte der dapd Nachrichtenagentur lässt sich weder allein als Erfolgsgeschichte noch ausschließlich als Geschichte einer Insolvenz verstehen.

Das Unternehmen zeigte zunächst, dass auf dem deutschen Nachrichtenmarkt durchaus Raum für einen neuen Wettbewerber bestand.

Innerhalb kurzer Zeit gelang es dapd, Aufmerksamkeit zu gewinnen, einen umfassenden Nachrichtendienst aufzubauen und etablierte Marktstrukturen herauszufordern.

Gleichzeitig verdeutlicht die Entwicklung die enormen wirtschaftlichen Anforderungen an eine Vollagentur.

Ein großes journalistisches Netzwerk verursacht hohe Fixkosten. Schnelles Wachstum kann diese Belastung zusätzlich verstärken, wenn Einnahmen und Finanzierung nicht im gleichen Tempo mitwachsen.

Genau dieses Spannungsfeld prägte die kurze Geschichte von dapd.

Von der Zusammenführung der früheren ddp- und AP-Aktivitäten über eine Phase schneller Expansion bis zur Insolvenz und Einstellung des Dienstes vergingen nur wenige Jahre.

Dennoch hinterließ die Nachrichtenagentur zahlreiche journalistische Spuren.

Alte dapd-Meldungen, Quellenangaben und Links finden sich bis heute in den Archiven deutscher und internationaler Medien – und erinnern an den Versuch, den deutschen Nachrichtenagenturenmarkt grundlegend zu verändern.

dapd.de heute

Die frühere dapd Nachrichtenagentur stellte ihren Dienst 2013 ein. Die heutige Website dapd.de ist ein eigenständiges Online-Portal mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Finanzen, Märkten und wirtschaftspolitischen Entwicklungen, betrieben von bo-mediaconsult, Inhaber Olav Brunssen. Veröffentlicht werden aktuelle Nachrichten, Analysen, Hintergrundbeiträge und Serviceinhalte.

Historische Beiträge wie dieser dokumentieren zugleich die frühere Geschichte der Domain und der Nachrichtenagentur. Das heutige redaktionelle Angebot ist davon zeitlich und inhaltlich zu unterscheiden.

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