Eine Maschine soll angeschafft werden. Ein Firmenfahrzeug muss ersetzt werden. Neue IT-Hardware wird benötigt. Dann stellt sich häufig die Frage:
- Was der Rechner vergleicht
- Beispiel: Maschine für 100.000 Euro
- Warum Liquidität eine eigene Größe ist
- Wann ein Kredit Vorteile haben kann
- Wann Leasing interessant sein kann
- Leasing ist nicht automatisch günstiger
- Kredit ist nicht automatisch besser, weil Eigentum entsteht
- Steuern können die Entscheidung verändern
- Rechnungslegung genau unterscheiden
- Wartung und Service können den Vergleich verändern
- Opportunitätskosten beachten
- Häufige Fragen zu Leasing und Kredit
- Ist Leasing immer teurer als ein Kredit?
- Kann Leasing die Liquidität verbessern?
- Sollte der Restwert beim Kredit berücksichtigt werden?
- Was passiert beim Leasing am Vertragsende?
- Berücksichtigt der Rechner Steuern?
- Für welche Investitionen eignet sich der Rechner?
- Fazit
Kaufen und per Kredit finanzieren oder leasen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Unser Kredit-vs.-Leasing-Rechner vergleicht die wichtigsten Zahlungsströme und zeigt, wie sich beide Varianten unter den eingegebenen Annahmen unterscheiden.
Kredit-vs.-Leasing-Rechner
Vergleicht die Zahlungsbelastung eines kreditfinanzierten Kaufs mit einem Leasingmodell über denselben Zeitraum.
So wird gerechnet
Beim Kredit wird ein vollständig amortisierendes Annuitätendarlehen für den Kaufpreis abzüglich Eigenkapital unterstellt. Vom gesamten Kapitalabfluss wird der erwartete Restwert des Wirtschaftsguts abgezogen. Beim Leasing werden Sonderzahlung, Monatsraten und zusätzliche Leasingkosten addiert.
Der Rechner berücksichtigt keine Steuern, Abschreibungen, Vorsteuer, Bilanzierungsregeln, Wartungsverträge oder individuelle Kaufoptionen. Für Unternehmensentscheidungen sollte zusätzlich steuerlicher und bilanzieller Rat eingeholt werden.
Vergleichen Sie nicht nur die Gesamtkosten. Eine geringere monatliche Belastung kann für ein Unternehmen wertvoll sein, obwohl die Finanzierung über die gesamte Laufzeit etwas teurer ist.
Was der Rechner vergleicht
- Beim Kredit kauft das Unternehmen das Wirtschaftsgut.
- Der Kaufpreis wird ganz oder teilweise über Fremdkapital finanziert.
- Beim Leasing bezahlt das Unternehmen für die Nutzung des Objekts.
- Das Eigentum liegt während der Vertragslaufzeit typischerweise beim Leasinggeber.
Der Rechner stellt unter anderem gegenüber:
- monatliche Belastung,
- Summe der Zahlungen,
- Sonderzahlungen,
- einen angegebenen Restwert beziehungsweise verbleibenden Vermögenswert.
Kredit
Das Unternehmen kauft das Wirtschaftsgut und finanziert den Kaufpreis ganz oder teilweise über ein Darlehen.
Leasing
Das Unternehmen zahlt für die Nutzung des Wirtschaftsguts während der vereinbarten Vertragslaufzeit.
Beim Kredit
Das Wirtschaftsgut gehört grundsätzlich dem Käufer und verbleibt nach vollständiger Tilgung im Unternehmen.
Beim Leasing
Das Eigentum liegt typischerweise beim Leasinggeber. Was am Vertragsende geschieht, richtet sich nach dem konkreten Vertrag.
Kredit
Eigenkapital, Anzahlung und Kreditrate können die Liquidität belasten. Dafür entsteht ein Vermögenswert im Unternehmen.
Leasing
Häufig ist die anfängliche Kapitalbindung geringer. Sonderzahlungen und laufende Leasingraten müssen dennoch vollständig berücksichtigt werden.
Beim Kredit wichtig
Neben Zinsen und Tilgung sollte der erwartete Restwert des Wirtschaftsguts am Ende des Vergleichszeitraums berücksichtigt werden.
Beim Leasing wichtig
Neben den Monatsraten können Sonderzahlungen, zusätzliche Vertragskosten und Regelungen am Laufzeitende entscheidend sein.
Eine niedrigere Monatsrate bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Für einen belastbaren Vergleich sollten Gesamtausgaben, Liquiditätsbelastung, Restwert und Vertragsbedingungen gemeinsam betrachtet werden.
Beispiel: Maschine für 100.000 Euro
Ein Unternehmen benötigt eine Maschine für 100.000 Euro.
Variante eins ist ein Kredit über fünf Jahre.
Variante zwei ist ein Leasingvertrag mit monatlichen Raten und einer Sonderzahlung.
Auf den ersten Blick kann Leasing günstiger wirken, wenn die Monatsrate niedriger als die Kreditrate ist.
Dieser Vergleich reicht jedoch nicht.
Nach fünf Jahren kann das kreditfinanzierte Unternehmen Eigentümer einer Maschine mit erheblichem Restwert sein.
Beim Leasing kann das Objekt dagegen zurückgegeben werden müssen.
Deshalb müssen Zahlungsströme und wirtschaftlicher Restwert gemeinsam betrachtet werden.
Warum Liquidität eine eigene Größe ist
Gesamtkosten sind nicht das einzige Entscheidungskriterium.
Ein Unternehmen kann eine Finanzierung wählen, obwohl sie rechnerisch etwas teurer ist, wenn dadurch kurzfristig deutlich weniger Liquidität gebunden wird.
Liquidität kann beispielsweise für Löhne, Warenbestände oder unerwartete Ausgaben benötigt werden.
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besitzt finanzielle Flexibilität einen eigenen Wert.
Wann ein Kredit Vorteile haben kann
Ein Kredit kann besonders attraktiv sein, wenn ein Wirtschaftsgut lange genutzt werden soll.
Nach Rückzahlung gehört das Objekt weiterhin dem Unternehmen.
Besitzt es nach Ende der Finanzierung noch einen hohen Marktwert oder kann viele weitere Jahre produktiv genutzt werden, verbessert das die wirtschaftliche Rechnung.
Auch individuelle Kreditzinsen spielen eine wichtige Rolle.
Unternehmen mit guter Bonität können möglicherweise günstige Finanzierungskonditionen erhalten.
Wann Leasing interessant sein kann
Leasing kann Vorteile haben, wenn Wirtschaftsgüter regelmäßig ersetzt werden.
Das betrifft beispielsweise Fahrzeugflotten oder bestimmte IT-Systeme.
Auch bei standardisierten Maschinen mit gut kalkulierbarem Restwert sind Leasingmodelle verbreitet.
Ein weiterer Vorteil kann die geringere anfängliche Liquiditätsbelastung sein.
Leasing ist nicht automatisch günstiger
Eine niedrige Monatsrate kann täuschen.
Zum Vertrag können Sonderzahlungen, Gebühren, Wartungsleistungen oder Kosten bei Vertragsende gehören.
Auch Kilometer- oder Zustandsregelungen können bei Fahrzeugleasing relevant sein.
Deshalb sollte nicht nur die beworbene Leasingrate verglichen werden.
Kredit ist nicht automatisch besser, weil Eigentum entsteht
Auch Eigentum besitzt Kosten.
Eine Maschine kann technisch veralten.
Ihr Marktwert kann stärker sinken als erwartet.
Wartung und Reparaturen liegen gegebenenfalls vollständig beim Eigentümer.
Der Restwert sollte deshalb realistisch und nicht zu optimistisch angesetzt werden.
Steuern können die Entscheidung verändern
Der Rechner berücksichtigt bewusst keine individuelle steuerliche Behandlung.
Wie Kredit, Abschreibung und Leasingzahlungen steuerlich wirken, hängt unter anderem von Vertragsgestaltung und Unternehmen ab.
Auch die Bilanzierung kann unterschiedlich ausfallen.
Gerade bei größeren Investitionen sollte der Rechner deshalb als erste wirtschaftliche Orientierung und nicht als Ersatz für steuerliche oder bilanzielle Beratung verwendet werden.
Rechnungslegung genau unterscheiden
Pauschale Aussagen wie „Leasing steht nicht in der Bilanz“ sind nicht zuverlässig.
Die bilanzielle Behandlung hängt unter anderem vom verwendeten Rechnungslegungsstandard und dem konkreten Vertrag ab.
Unter internationalen Rechnungslegungsstandards werden viele Leasingverhältnisse bilanziell erfasst.
Für Unternehmen nach deutschem Handelsrecht können andere Regelungen relevant sein.
Wartung und Service können den Vergleich verändern
Manche Leasingverträge enthalten Service- oder Wartungsleistungen.
Andere nicht.
Auch beim Kreditkauf können zusätzliche Wartungsverträge bestehen.
Für einen fairen Vergleich sollten deshalb möglichst dieselben Leistungen gegenübergestellt werden.
Opportunitätskosten beachten
Eine weitere wirtschaftliche Überlegung betrifft das Eigenkapital.
Wenn ein Unternehmen 100.000 Euro für eine Maschine aus eigenen Mitteln einsetzt, kann dieses Geld nicht für andere Projekte verwendet werden.
Die Frage lautet deshalb nicht nur, was eine Finanzierung kostet.
Auch der Nutzen der erhaltenen Liquidität kann relevant sein.
Häufige Fragen zu Leasing und Kredit
Ist Leasing immer teurer als ein Kredit?
Nein.
Die Gesamtkosten hängen von Zinssatz, Vertragskonditionen, Restwert und zusätzlichen Leistungen ab.
Kann Leasing die Liquidität verbessern?
Ja, insbesondere wenn keine große anfängliche Kaufpreiszahlung notwendig ist.
Eine geringere Monatsbelastung ist allerdings nicht automatisch mit niedrigeren Gesamtkosten gleichzusetzen.
Sollte der Restwert beim Kredit berücksichtigt werden?
Ja.
Wenn das Unternehmen am Ende Eigentümer eines noch wertvollen Wirtschaftsguts ist, gehört dieser Wert zur wirtschaftlichen Betrachtung.
Was passiert beim Leasing am Vertragsende?
Das hängt vom Vertrag ab.
Das Objekt kann zurückgegeben werden, es kann eine Kaufmöglichkeit bestehen oder ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.
Berücksichtigt der Rechner Steuern?
Nein.
Steuern, Abschreibungen und individuelle bilanzielle Behandlung sind nicht Bestandteil der Modellrechnung.
Für welche Investitionen eignet sich der Rechner?
Typische Beispiele sind:
- Maschinen,
- Firmenfahrzeuge,
- Nutzfahrzeuge,
- IT-Hardware,
- andere betriebliche Investitionsgüter.
Für Immobilien oder sehr komplexe Projektfinanzierungen ist eine individuelle Finanzierungsrechnung geeigneter.
Fazit
Die Frage „Kredit oder Leasing?“ lässt sich nicht allein mit der niedrigsten Monatsrate beantworten.
Unternehmen sollten mindestens vier Größen vergleichen:
Gesamtkosten, monatliche Liquiditätsbelastung, Restwert und Vertragsflexibilität.
Der Rechner liefert dafür eine erste quantitative Grundlage.
Steuerliche und bilanzielle Besonderheiten müssen anschließend separat bewertet werden.
Quellen und Grundlagen
KfW Research, Finanzierung und Kreditverhalten mittelständischer Unternehmen
Allgemeine finanzmathematische Grundlagen zur Kredit- und Leasingrechnung

