Emerging Markets sind Schwellenmärkte oder Schwellenländer. Diese Volkswirtschaften zeigen bereits viele Merkmale entwickelter Märkte. Sie erreichen jedoch noch nicht vollständig deren wirtschaftliche Stabilität, Einkommen und Marktstandards. Die Definition beschreibt damit den Übergang zwischen Entwicklungs- und Industrieland.
- Definition und Erklärung: Was Emerging Markets auszeichnet
- Wirtschaftsbegriff zwischen Entwicklungs- und Industrieland
- Typische Merkmale: Wachstum, Industrialisierung und Finanzmärkte
- Warum es keine weltweit einheitliche Liste der Emerging Markets gibt
- Welche Länder zählen zu den Emerging Markets?
- Große Schwellenländer und ihre wirtschaftliche Bedeutung
- BRICS, MINT und weitere Ländergruppen im Überblick
- Abgrenzung zu Frontier Markets und entwickelten Märkten
- Embargo: Wie Handelsbeschränkungen Emerging Markets beeinflussen
- FAQ
- Was sind Emerging Markets?
- Wie lautet die Definition des Wirtschaftsbegriffs Emerging Markets?
- Wer hat den Begriff Emerging Market geprägt?
- Welche Länder gelten als große Schwellenländer?
- Warum gibt es keine einheitliche Liste der Schwellenländer?
- Was bedeuten BRICS, MINT, Next Eleven und CIVETS?
- Was ist der Unterschied zwischen Emerging Markets, Frontier Markets und entwickelten Märkten?
- Können Länder ihren Status als Emerging Market verlieren?
- Welche Chancen und Risiken bieten Emerging Markets für Anleger?
- Was ist ein Embargo und warum ist es für Schwellenländer relevant?
- Wie wirkt sich ein Embargo auf Unternehmen und Investitionen in Emerging Markets aus?
- Was misst der J.P. Morgan Emerging Market Bond Index Global?
Der Begriff wurde 1981 vom damaligen Weltbank-Ökonomen Antoine Van Agtmael geprägt. Er löste die frühere Bezeichnung „weniger entwickelte Länder“ zunehmend ab. Dabei steht nicht mehr fehlende Entwicklung, sondern Wachstumspotenzial im Fokus.
Für Unternehmen bieten Emerging Markets neue Absatzmärkte, Produktionsstandorte und Rohstoffquellen. Anleger sehen darin oft höhere Renditechancen. Dem gegenüber stehen jedoch beträchtliche Risiken. Dazu gehören politische Eingriffe, hohe Inflation und Währungsschwankungen.
Auch weniger ausgereifte Finanzmärkte gehören zu den Risiken. Ein Schwellenland wird nicht automatisch zu einem entwickelten Markt. Der wirtschaftliche Aufstieg hängt von Bildung, Infrastruktur und Institutionen ab. Zudem ist eine verlässliche Wirtschaftspolitik entscheidend für den Erfolg.
Das Wissen über diese Faktoren ist für Investitions- und Standortentscheidungen besonders wichtig. Die Bedeutung der Emerging Markets ist langfristig stark gestiegen. Ihr Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung (kaufkraftbereinigt) wuchs von 27 Prozent 1960 auf rund 53 Prozent 2013. So prägen sie zunehmend Handel, Kapitalströme und globale Nachfrage.
Wichtige Erkenntnisse
- Emerging Markets sind Volkswirtschaften zwischen Entwicklungs- und Industrieland.
- Die Definition steht für einen Entwicklungsstand, nicht für eine sichere Aufstiegsgarantie.
- Antoine Van Agtmael prägte den Begriff im Jahr 1981.
- Schwellenmärkte bieten Wachstumspotenzial, sind aber mit höheren Risiken verbunden.
- Politik, Währung und Finanzmarktstruktur beeinflussen die Anlagebedingungen stark.
- Emerging Markets haben heute ein großes Gewicht in der Weltwirtschaft.
Definition und Erklärung: Was Emerging Markets auszeichnet
Emerging Markets sind Volkswirtschaften, die sich im Wandel befinden. Sie verbinden dynamisches Wachstum mit noch offenen Strukturfragen. Der Begriff beschreibt Staaten zwischen Entwicklungsland und Industrieland. Für Anleger ist es wichtig, Chancen und Risiken zu kennen.
Wirtschaftsbegriff zwischen Entwicklungs- und Industrieland
Ein Emerging Market weist meist mittlere Pro-Kopf-Einkommen auf und holt wirtschaftlich auf. Unternehmen investieren stärker, der Außenhandel wächst, und staatliche Institutionen entwickeln sich weiter. Einkommen allein erklärt aber nicht den Entwicklungsstand.
Die Weltbank ordnet Länder nach dem Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen ein, das mit der Atlas-Methode berechnet wird. Diese Einteilung bewertet nicht Politik, Rechtssystem oder Infrastruktur. Für fundiertes Wissen braucht es daher weitere Kennzahlen.
Typische Merkmale: Wachstum, Industrialisierung und Finanzmärkte
Hohe Wachstumsraten sind zentrale Merkmale. Emerging Markets erzielten im Durchschnitt ein jährliches BIP-Wachstum von 4,05 Prozent. Das Bruttonationaleinkommen stieg jährlich um durchschnittlich 4,1 Prozent.
| Kennzahl | Durchschnittswert in Emerging Markets | Einordnung |
|---|---|---|
| BIP-Wachstum pro Jahr | 4,05 Prozent | Zeigt das Tempo des wirtschaftlichen Aufholens |
| Wachstum des Bruttonationaleinkommens | 4,1 Prozent pro Jahr | Spiegelt steigende Einkommen in der Volkswirtschaft wider |
| Inflationsrate | 11,55 Prozent | Kann Kaufkraft und Finanzierung belasten |
| Arbeitslosenquote | 6,69 Prozent | Deutet auf den Anpassungsbedarf am Arbeitsmarkt hin |
| Leistungsbilanzsaldo | minus 2,76 Prozent des BIP | Verweist auf den Finanzierungsbedarf gegenüber dem Ausland |
Industrialisierung, Urbanisierung und wachsende Mittelschichten stärken die Nachfrage. Gleichzeitig werden Aktien- und Anleihemärkte liquider. Börsen, Banken und Aufsichtsbehörden bauen ihre Infrastruktur weiter aus. Das ist wichtig für die Bewertung von Kapitalmärkten.
Warum es keine weltweit einheitliche Liste der Emerging Markets gibt
Eine verbindliche Liste der Emerging Markets existiert nicht. Die Weltbank führt keine eigene Gruppe für sie. Indexanbieter und Marktakteure bewerten Länder nach Marktzugang, Handelbarkeit, Regulierung und Kapitalmarktgröße.
Dadurch kann ein Land je nach Index unterschiedlich eingestuft werden. Dieses Wissen hilft, Länderklassifikationen und Fondsindizes genauer zu prüfen. Neben Wachstum zählen auch politische Stabilität, Währung, Verschuldung und Offenheit für internationale Investoren.
Welche Länder zählen zu den Emerging Markets?
Emerging Markets bilden keine feste Staatengruppe. Der Begriff beschreibt Volkswirtschaften mit hohem Wachstumspotenzial. Ihre Finanzmärkte und Institutionen erreichen noch nicht das Niveau etablierter Industrieländer.
Ein WIKI kann erste Länderlisten liefern. Oft setzen Indexanbieter und Finanzhäuser jedoch eigene Maßstäbe zur Definition.
Große Schwellenländer und ihre wirtschaftliche Bedeutung
China und Indien gelten als die wichtigsten Emerging Markets. Dies liegt an ihrer Marktgröße, Industrie und wachsenden Mittelschicht. Auch Brasilien, Russland, Mexiko, Indonesien, die Türkei, Saudi-Arabien, Südafrika, Argentinien und Thailand gehören häufig dazu.
Für Anleger zählen neben Wirtschaftswachstum auch die Qualität des Kapitalmarkts. Der J.P. Morgan Emerging Market Bond Index Global erfasst Staats- und staatsnahe Anleihen aus Schwellenländern, die in US-Dollar notieren.
Bei der Auswahl spielen Einkommen je Einwohner über mehrere Jahre und die Kreditwürdigkeit eine wichtige Rolle.
BRICS, MINT und weitere Ländergruppen im Überblick
Diese Gruppen dienen vor allem der Marktanalyse und folgen keiner einheitlichen politischen Agenda. Im WIKI-Umfeld helfen sie als Orientierung.
Investoren prüfen ihre Daten zu Handel, Schulden und Währung jedoch getrennt. So gewinnen sie ein differenziertes Bild.
| Gruppe | Mitgliedsländer | Wirtschaftliche Einordnung |
|---|---|---|
| BRICS | Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika | Große Märkte mit hoher regionaler und globaler Bedeutung |
| MINT | Mexiko, Indonesien, Nigeria, Türkei | Wachstumsorientierte Staaten mit junger Bevölkerung und Ausbaupotenzial |
| Next Eleven | Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Südkorea, Türkei, Vietnam | Langfristig interessante Wachstumsmärkte mit sehr unterschiedlichen Risiken |
| CIVETS | Kolumbien, Indonesien, Vietnam, Ägypten, Türkei, Südafrika | Länder mit dynamischer Nachfrage und regionaler Bedeutung |
Solche Kürzel vereinfachen den Vergleich. Sie ersetzen aber keine sorgfältige Einzelanalyse. Der Begriff Emerging Market kann sich je nach Datenquelle, Marktliquidität und politischem Umfeld ändern.
Abgrenzung zu Frontier Markets und entwickelten Märkten
Frontier Markets besitzen meist kleinere Börsen und geringere Handelsvolumen. Sie weisen höhere Risiken auf. Der Zugang zu Aktien oder Anleihen kann für internationale Investoren begrenzt sein.
Emerging Markets verfügen oft über breitere Kapitalmärkte. Sie bleiben jedoch anfälliger für Währungs- und Politikrisiken als entwickelte Märkte.
Zu den entwickelten Märkten zählen Länder mit höheren Einkommen und stabileren Regeln. Zudem zeichnen sie sich durch tiefe Finanzsysteme aus.
Israel, Singapur und Tschechien gelten oft als Beispiele eines solchen Aufstiegs. Bei Polen, Südkorea und Taiwan bleibt die Einordnung teils umstritten. Einige Institutionen führen sie bereits als entwickelte Märkte.
Embargo: Wie Handelsbeschränkungen Emerging Markets beeinflussen
Ein Embargo ist eine staatliche Handelsbeschränkung. Es untersagt oder begrenzt den Handel mit Waren, Dienstleistungen, Technologien oder Geldmitteln. Das WIKI zum Thema erklärt: Die Maßnahme kann einzelne Produkte, Finanztransaktionen oder ganze Staaten betreffen.
Für Emerging Markets sind die Folgen oft erheblich. Viele Volkswirtschaften sind auf Rohstoffexporte, importierte Bauteile oder Kapital aus dem Ausland angewiesen. Ein Exportverbot senkt Einnahmen und fehlende Vorprodukte können die Produktion verlangsamen oder stoppen.
Auch Finanzsanktionen wirken direkt auf Unternehmen und Anleger. Wenn internationale Zahlungswege eingeschränkt sind, fehlt oft Fremdwährung. Die Liquidität an Aktien- und Anleihemärkten kann sinken. Investitionen werden dann verschoben.
Ein Embargo ist rechtlich klar definiert und unterscheidet sich vom allgemeinen Schwellenmarktrisiko. Es kann politische und wirtschaftliche Risiken deutlich erhöhen. Unternehmen und Investoren sollten daher Sanktionen sowie Geschäftspartner und mögliche Ausnahmen genau prüfen.
FAQ
Was sind Emerging Markets?
Emerging Markets – auf Deutsch Schwellenmärkte oder Schwellenländer – sind Volkswirtschaften im Übergang zwischen Entwicklungsland und Industrieland. Sie zeigen Merkmale moderner Märkte. Allerdings erreichen sie Einkommen und Finanzmarktstandards noch nicht vollständig.
Wie lautet die Definition des Wirtschaftsbegriffs Emerging Markets?
Die Definition beschreibt Länder mit mittleren Pro-Kopf-Einkommen und hohem Aufholpotenzial. Typisch sind Industrialisierung, steigende Einkommen sowie wachsende Kapitalmärkte.
Diese Länder öffnen sich zunehmend der Weltwirtschaft. Sie reformieren Institutionen und Finanzmarktinfrastruktur für künftiges Wachstum.
Wer hat den Begriff Emerging Market geprägt?
Der Weltbank-Ökonom Antoine Van Agtmael prägte den Ausdruck 1981. Er wollte die ältere Bezeichnung „weniger entwickelte Länder“ ersetzen. Der Fokus liegt stärker auf wirtschaftlichen Chancen und Kapitalmarktentwicklung.
Welche Länder gelten als große Schwellenländer?
Zu den größten Emerging Markets zählen China und Indien. Auch Brasilien, Russland, Mexiko, Indonesien, die Türkei und Saudi-Arabien gehören häufig dazu.
Südafrika, Argentinien und Thailand werden ebenso oft dieser Gruppe zugeordnet. Allerdings kann die Einordnung je nach Indexanbieter abweichen.
Warum gibt es keine einheitliche Liste der Schwellenländer?
Die Weltbank führt keine eigene Emerging-Markets-Liste. Sie ordnet Länder nach Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen ein, bewertet jedoch nicht den Entwicklungsstand.
Indexanbieter wie MSCI, FTSE Russell oder J.P. Morgan verwenden eigene Kriterien. Dazu zählen Marktliquidität, Marktzugang, Einkommen und Bonität.
Was bedeuten BRICS, MINT, Next Eleven und CIVETS?
BRICS umfasst Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. MINT steht für Mexiko, Indonesien, Nigeria und Türkei.
Next Eleven und CIVETS fassen weitere Länder mit Wachstums- und Marktpotenzial zusammen. Diese Begriffe stammen aus Wirtschaftswissen und Finanzmarktanalysen, nicht aus politischen Bündnissen.
Was ist der Unterschied zwischen Emerging Markets, Frontier Markets und entwickelten Märkten?
Frontier Markets sind meist kleiner, weniger liquide und risikoreicher als Emerging Markets. Entwickelte Märkte zeichnen sich durch höhere Einkommen und stabile politische Rahmenbedingungen aus.
Die Finanzmärkte entwickelter Länder sind tiefer. Ein Schwellenland kann langfristig zum entwickelten Markt aufsteigen.
Können Länder ihren Status als Emerging Market verlieren?
Ja, Länder können als entwickelte Märkte eingestuft werden. Dies geschieht bei dauerhaft steigendem Einkommen und stabileren Institutionen.
Israel, Singapur und Südkorea sind Beispiele für diesen Übergang. Die Bewertung von Polen, Taiwan und Tschechien variiert je nach Indexanbieter.
Welche Chancen und Risiken bieten Emerging Markets für Anleger?
Schwellenmärkte bieten oft überdurchschnittliches Wachstum, steigenden Konsum und attraktive Unternehmensgewinne. Allerdings bestehen höhere Risiken durch Inflation, Wechselkursschwankungen und politische Eingriffe.
Geringere Marktliquidität und schwächere Rechtsdurchsetzung zählen ebenfalls zu den Risiken. Eine breite Diversifikation ist daher wichtig.
Was ist ein Embargo und warum ist es für Schwellenländer relevant?
Ein Embargo ist eine staatliche Handelsbeschränkung. Es kann Ein- oder Ausfuhren, Dienstleistungen, Technologien, Finanzierungen oder Zahlungsströme betreffen.
Emerging Markets sind oft anfällig, wenn sie von Rohstoffexporten, importierten Vorprodukten oder ausländischem Kapital abhängig sind.
Wie wirkt sich ein Embargo auf Unternehmen und Investitionen in Emerging Markets aus?
Handelsbeschränkungen können Lieferketten stören, Produktionskosten erhöhen und Exporterlöse senken. Zudem können Fremdwährungen teurer werden und Finanzierungen erschwert sein.
Die Liquidität an Aktien- oder Anleihemärkten kann sinken. Unternehmen und Investoren sollten Rechtsrahmen, betroffene Partner und Ausnahmen sorgfältig prüfen.
Was misst der J.P. Morgan Emerging Market Bond Index Global?
Der J.P. Morgan Emerging Market Bond Index Global erfasst US-Dollar lautende Staats- und staatsnahe Anleihen aus Schwellenländern. Kriterien sind unter anderem Einkommen, Kreditwürdigkeit und Handelbarkeit über mehrere Jahre.
Der Index gilt als wichtiger Vergleichsmaßstab für Schwellenländer-Anleihen.

