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Erwartungen, Umsatzentwicklung und Stimmung im deutschen Einzelhandel 2026 – Wachstumsprognosen, Herausforderungen und Segment-Unterschiede

Jens Schumacher - DAPD
Zuletzt aktualisiert: 7. Februar 2026 15:18
Jens Schumacher - DAPD
Vor 4 Wochen
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Erwartungen, Umsatzentwicklung und Stimmung im deutschen Einzelhandel 2026 – Wachstumsprognosen, Herausforderungen und Segment-Unterschiede
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Die Jahre 2019 bis 2025 zeichnen ein geteiltes Bild im Einzelhandel. Nominal verzeichnete man Zuwächse, real standen jedoch Verluste gegenüber. Der Handelsimmobilien Report vom 6. Februar 2026 enthüllte, dass in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 das reale Umsatzwachstum bei +1,1% lag. Währenddessen gab es zwischen 2019 und 2024 keinen realen Umsatzzuwachs im stationären Einzelhandel; nominal sah man +20,2%, aber real betrug der Unterschied −1,1%.

Inhaltsverzeichnis
  • Marktlage und Makrotrends für den Einzelhandel 2026
    • Konjunkturelle Rahmenbedingungen und Konsumklima
    • Auswirkungen von Inflation, Lebenshaltungskosten und Verbraucherunsicherheit
    • Rolle von Politik, Geldpolitik und Sonderfaktoren (z. B. Energiepreise, Ukraine‑Krise)
  • Umsatzentwicklung 2019–2026: Nominales und reales Wachstum
    • Statistische Entwicklung: nominale Zuwächse vs. reales Umsatzplus und -minus
    • Segmentbetrachtung: Lebensmittel vs. Nonfood vs. Onlinehandel
    • Regionale Unterschiede und Filialdichte: Rückgang der Verkaufsstellen und Konsequenzen
  • Einzelhandel 2026
    • Prognosen für das Gesamtjahr 2026 und Erwartungen von Branchenexperten
    • Bedeutung von HDE‑Prognose, IFH‑Befunden und Branchenreports (z. B. Handelsimmobilien Report)
    • Kurzfristige Umsatztreiber und Risiken für 2026
  • Onlinehandel, Marktplätze und neue Vertriebskanäle
  • Stationärer Handel: Herausforderungen, Innenstädte und Erlebnisstrategie
    • Veränderung der Innenstadtfunktion: Erlebnis‑, Freizeit‑ und Mixed‑Use‑Konzepte
    • Filialschließungen, Angebotskompetenz und Maßnahmen gegen Abwärtstrend
    • Best‑Practice‑Beispiele: Buchhandel, Nahversorgung und erfolgreiche Innenstädte
  • Technologie, KI und Customer Journey im Verkaufsprozess
  • Segment‑Unterschiede und Chancen für Händler
    • Lebensmitteleinzelhandel: Stabilität, ESG‑Trends und Nahversorgung
    • Mode, Elektronik und Nonfood: Risiko, Trends und Onlineanteile
    • Klein‑ und Mittelständische Einzelhändler: Liquidität, Innovation und Branchenrating (ifo/BVR)
  • Fazit

Im Jahr 2026 stehen dem Einzelhandel zwei Hauptthemen bevor. Einerseits die Umsatzentwicklung und andererseits die Verbraucherunsicherheit. Untersuchungen des IFH im November 2025 zeigen, dass 53% der Deutschen Einkommensverluste befürchten. 72% der Menschen sind preisbewusster und 71% nutzen öfter Sonderangebote. Solche Entwicklungen beeinflussen nicht nur die kurzfristige Umsatzerwartung, sondern auch die langfristige Strategie der Unternehmen.

Einzelhändler spüren eine angespannte Atmosphäre. Sie sehen sich mit Margendruck, höheren Kosten und einem veränderten Kaufverhalten konfrontiert. In diesem Kontext ist die Prognose des Handelsverbands Deutschland von besonderer Bedeutung. Sie bildet eine wichtige Grundlage für die Erwartungen für das Gesamtjahr und dient als Orientierungshilfe für Investoren und Immobilienprofis.

Das Ziel dieses Beitrags ist es, Entscheidungsträger und wirtschaftlich Interessierte tiefgehend zu informieren. Der Schwerpunkt liegt auf dem Unterschied zwischen realer und nominaler Wachstumsentwicklung sowie den Segmentunterschieden. Es geht um Unterschiede zwischen Lebensmitteln, Nonfood und Onlinehandel. Zudem werden Auswirkungen auf Betriebsstrategien für Einzelhändler und Handelsimmobilien diskutiert. Das Endziel ist, einen klaren Handlungsrahmen für 2026 zu bieten. Dies umfasst sowohl die politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch praktische Schritte zur Stabilisierung von Geschäft und Stimmung.

Marktlage und Makrotrends für den Einzelhandel 2026

Die Einzelhandelsbranche sieht sich 2026 einer schwachen Konjunktur gegenübergestellt. Laut ifo und BVR-Branchenanalysen zeigen halbjährliche Daten Kapazitätsauslastung, Preisentwicklung und Umsatzperspektiven auf.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen und Konsumklima

Das Konsumklima im Jahr 2026 bleibt von Volatilität geprägt. Verbraucher reagieren dabei deutlich auf konjunkturelle Nachrichten.

Viele Haushalte neigen zunehmend dazu, zu sparen und Preise intensiv zu vergleichen. Umfragen vom IFH bestätigen, dass die Mehrheit der Verbraucher mehr auf Angebote und Sonderaktionen achtet. Diese Veränderung im Verhalten wirkt sich stark auf die Stimmung der Einzelhändler aus.

Auswirkungen von Inflation, Lebenshaltungskosten und Verbraucherunsicherheit

Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten seit der Pandemie tragen zu Kaufzurückhaltung bei. Dadurch schwindet das Realeinkommen der Menschen.

Verbraucherunsicherheit bewirkt eine Verschiebung im Sortiment und verstärkt die Bedeutung von Discountern im Einkaufsverhalten. Dies zwingt Händler, auf Effizienz zu achten, während der Margendruck wächst.

Rolle von Politik, Geldpolitik und Sonderfaktoren (z. B. Energiepreise, Ukraine‑Krise)

Politische Maßnahmen zur Kaufkraftstabilisierung und Entscheidungen in der Energiepolitik beeinflussen Betriebskosten und den Markt für Vermietungen. Fiskalische Programme könnten die Investitionen in Logistik und Handel unterstützen.

Die strenge Geldpolitik verursacht höhere Finanzierungskosten für Händler und Besitzer von Handelsflächen. Zusätzlich führen hohe Energiepreise und die Ukraine-Krise zu weiteren Belastungen im Handel. Sie vergrößern Lieferkettenrisiken und treiben Kosten in die Höhe.

Umsatzentwicklung 2019–2026: Nominales und reales Wachstum

Ein Blick auf die Jahre zeigt: Nominales Wachstum existiert neben realen Verlusten. Verschiedene Berichte und Daten des Statistischen Bundesamts unterstreichen diese Ungleichheit. Die Analyse bis 2024 ist grundlegend, um Entwicklungen bis 2026 zu verstehen.

Siehe auch  Entwicklung des deutschen Außenhandels – Chancen und Risiken für Waren- und Dienstleistungsexporte

Statistische Entwicklung: nominale Zuwächse vs. reales Umsatzplus und -minus

Zwischen 2019 und 2024 stieg der stationäre Einzelhandel nominal um 20,2 Prozent, real jedoch fiel er um 1,1 Prozent. Im Gegensatz dazu wuchs der Online- und Versandhandel nominal um 44,7 Prozent und real um circa 29,6 Prozent. Für die ersten neun Monate von 2025 wird ein nominales Wachstum von 3,6 Prozent und ein reales von 1,1 Prozent verzeichnet — ein Zeichen der Erholung.

Segmentbetrachtung: Lebensmittel vs. Nonfood vs. Onlinehandel

Der Lebensmittelhandel erzielte ein nominales Wachstum von 26,2 Prozent, blieb jedoch real mit einem Minus von 3,2 Prozent hinter der Inflation zurück. Im Nonfood und Fachhandel sieht es ähnlich aus: nominell +13,8 Prozent, real ein Rückgang von 2,0 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die herausragende Stellung des Onlinehandels im realen Wachstum.

Der Onlinehandel treibt das Wachstum entscheidend voran. Obwohl traditionelle Kanäle mit Preisdruck kämpfen, verzeichnet der E-Commerce reale Gewinne. Der Marktanteil verschiebt sich zunehmend zugunsten digitaler Kanäle, besonders in der Consumer Electronics.

Regionale Unterschiede und Filialdichte: Rückgang der Verkaufsstellen und Konsequenzen

Von 2019 bis 2024 sank die Zahl der Verkaufsstellen von circa 352.000 auf 306.000. Laut Prognosen des IFH wird diese Zahl 2025 etwa 301.500 erreichen. Die Schließungen betreffen sowohl Zentren als auch Randbereiche, was die lokale Versorgungsdichte beeinflusst.

Städtische Quartiere mit gemischter Nutzung zeigen sich widerstandsfähiger, wie die Römerpassage in Mainz. Im Gegensatz dazu halten sich ländliche Lebensmittel-Fachmärkte relativ stabil. Jedoch führt das schwindende Angebotsniveau in den Innenstädten dazu, dass Verbraucher vermehrt online einkaufen, was die Unterschiede zwischen den Segmenten weiter verstärkt.

Einzelhandel 2026

Die Situation im Einzelhandel im Jahr 2026 ist komplex. Einerseits verzeichnen wir Umsatzsteigerungen, andererseits weisen Studien auf Risiken hin. Die Verbrauchernachfrage ist in bestimmten Sektoren stabil, während sie in anderen schwankt.

Prognosen für das Gesamtjahr 2026 und Erwartungen von Branchenexperten

Die Vorhersagen für 2026 unterscheiden sich je nach Sektor. Onlinehandel könnte moderat wachsen, wohingegen stationäre Geschäfte sich nur stellenweise erholen könnten. Die HDE-Prognose dient vielen als Orientierungshilfe für künftige Geschäftsstrategien.

Experten weisen darauf hin, dass Wachstum inkonsistent sein kann. Services und Veranstaltungen können Umsätze steigern. Jedoch kämpfen viele Händler mit sinkender Kundenfrequenz und höheren Betriebskosten.

Bedeutung von HDE‑Prognose, IFH‑Befunden und Branchenreports (z. B. Handelsimmobilien Report)

HDE‑Prognose und IFH‑Berichte bieten wichtige Einblicke für Geschäftsstrategien. Der Handelsimmobilien-Report liefert zusätzliche Informationen über Markttrends und Erfolgsbeispiele.

Analysen von Institutionen wie ifo und BVR unterstützen bei Finanz- und Mietentscheidungen. Die Gesamtheit dieser Informationen ist essenziell für die Flächenplanung und die Umsetzung von Omnichannel-Strategien.

Kurzfristige Umsatztreiber und Risiken für 2026

Hauptfaktoren für Umsatzwachstum 2026 sind unter anderem der Anstieg im Onlinehandel und die Rückkehr lokaler Anbieter in Stadtzentren. Technologische Innovationen und kundenorientierte Strategien fördern lokale Käufe.

Jedoch sind Risiken nicht zu ignorieren, wie Verbraucherunsicherheiten und steigende Energiepreise. Solche Herausforderungen können die Nachfrage reduzieren und Geschäftsschließungen verursachen.

Für Einzelhändler ist es ratsam, Mehrwerte zu schaffen und flexible Geschäftsbedingungen auszuhandeln. Integration von Nachhaltigkeitsaspekten kann ebenso zur Absicherung gegen Marktvolatilität beitragen.

Onlinehandel, Marktplätze und neue Vertriebskanäle

Der Onlinehandel ist ein wesentlicher Impulsgeber im Handelssektor. Von 2019 bis 2024 zeigte sich ein deutliches Umsatzwachstum, welches reale Auswirkungen hatte. Diese Entwicklung revolutioniert Vertriebswege, Logistik und das Handling von Rücksendungen.

Wachstumsbeitrag des Internet‑ und Versandhandels (reales Wachstum 2019–2024)

Ein signifikantes Wachstum der Bruttoumsätze im Internet-Versandhandel wurde festgestellt. Über die Jahre hinweg war ein eindeutiger realer Anstieg zu verzeichnen. Insbesondere in den Bereichen Bekleidung, Kosmetik und Elektronik. Dies zwingt Händler dazu, ihre Online-Vertriebsstrategien zu verbessern und Prozesse effizienter zu gestalten.

Marktplatzdynamik: Amazon, Temu, Shein und Händler auf Marktplätzen

Auf Online-Marktplätzen findet eine deutliche Handelsverschiebung statt. Amazon verzeichnet einen Aufschwung bei Umsätzen durch Drittanbieter, wohingegen der Eigenhandel stagniert. Neue Player wie Temu und Shein steigern ihre Marktanteile durch starke Werbeaktionen und loyal wiederkehrende Kunden. Für stationäre Geschäfte und Produzenten heißt das: Auf diesen Plattformen zu sein, verschafft Reichweite, führt aber auch zu Abhängigkeiten und Margendruck.

Siehe auch  Versorgung mit kritischen Rohstoffen: Wie die EU ihre Abhängigkeiten reduziert und Lieferketten absichert

Social Commerce und TikTok‑Shop als Wachstumshebel

Der Social Commerce entwickelt sich immer mehr zum bedeutenden Kanal für Kundengewinnung und -bindung. Besonders der TikTok‑Shop zeigt im Bereich Mode und Kosmetik bemerkenswerte Erfolge in Bezug auf Kundenloyalität. Der Verkauf über kurze Videoclips und Influencer beeinflusst den Marketingmix stark und begünstigt spontane Kaufentscheidungen.

  • Verkaufskanäle müssen neu bewertet werden: eigener Shop, Marktplatz oder Social Commerce.
  • Logistik und Retourenmanagement sind kritische Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Wachstum.
  • Plattformabhängigkeit erhöht Preiswettbewerb; Margenstrategie wird entscheidend.

Stationärer Handel: Herausforderungen, Innenstädte und Erlebnisstrategie

Der stationäre Handel unterliegt großen Veränderungen, die eine abnehmende Anzahl von Verkaufsstellen und eine steigende Relevanz von Erlebnisangeboten umfassen. Innenstädte können ihren traditionellen Versorgungsauftrag nach dem Wochenmarkt nicht mehr erfüllen. Eine Neuausrichtung ist unumgänglich, wobei Strategien für die Innenstadt entwickelt werden müssen. Diese Strategien sollen sich auf Aufenthaltsqualität und exzellenten Service konzentrieren.

Veränderung der Innenstadtfunktion: Erlebnis‑, Freizeit‑ und Mixed‑Use‑Konzepte

Der Einzelhandel setzt vermehrt auf Erlebnis und Freizeit. Kunden suchen neben Produkten verstärkt nach Gastronomie, Kultur und Dienstleistungen. Diese Entwicklung begünstigt Mixed-Use-Projekte. Die Römerpassage in Mainz ist ein Beispiel dafür, wie sich durch die Kombination aus Handel, Wohnen, Büros und Gesundheitsdienstleistungen Leerstände verringern und die Besucherfrequenz erhöhen lässt.

Filialschließungen, Angebotskompetenz und Maßnahmen gegen Abwärtstrend

Von 2019 bis 2024 sank die Zahl der Verkaufsstellen dramatisch, von etwa 352.000 auf rund 306.000. Diese Abnahme folgt vielfach auf Insolvenzen bedingt durch die Pandemie. Konsumenten beklagen gleichzeitig eine zunehmende Uniformität im Angebot und den hohen Anreiseaufwand.

Um gegenzusteuern, konzentrieren sich Maßnahmen auf die Verbesserung der Sortimentsqualität und das Schaffen einzigartiger Erlebnisse. Durch Investitionen in Handelsimmobilien, verbesserte Verkehrsanbindungen und die Nutzung technologischer Lösungen wie lokale KI-Dienste sollen Innenstädte revitalisiert werden. Eine effektive Innenstadtstrategie integriert dabei auch Aspekte der Nachhaltigkeit und berücksichtigt die Bedürfnisse der Nutzer.

Best‑Practice‑Beispiele: Buchhandel, Nahversorgung und erfolgreiche Innenstädte

Der stationäre Buchhandel dient als vorbildlicher Sektor im Einzelhandel durch seine Differenzierungsmethoden. Spezialisierte Beratungen, Autorenlesungen und Veranstaltungen für die Gemeinschaft fördern die Kundenbindung und beweisen Widerstandsfähigkeit gegenüber Online-Konkurrenz. Er bleibt ein wichtiger Pfeiler der Stabilität.

Einengagement in energetisch effiziente Standorte von Netto und Rewe, die auf Green-Lease-Kontrakten, Solaranlagen und Wärmepumpen beruhen, zeigt, wie lokale Versorgung sowohl Nachhaltigkeitsstandards erfüllen als auch die Standortqualität steigern kann. Diese erfolgreichen Modelle vereinen Fokus auf den Kunden, bieten Erlebnisse und sind nachhaltig konzipiert.

  • Erlebnishandel fördern – durch Events, Gastronomie und Serviceangebote.
  • Mixed‑Use als Instrument gegen Leerstand und zur Stabilisierung von Handelsimmobilien.
  • Angebotskompetenz stärken – Sortimentsinvestitionen und Personalentwicklung.
  • Nachhaltige Nahversorgung als lokaler Anker mit ESG‑Maßnahmen.

Technologie, KI und Customer Journey im Verkaufsprozess

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz hat einen sichtbaren Einfluss auf die Art und Weise, wie wir Produkte suchen und kaufen. Laut Studien des IFH nutzen Kunden unterschiedliche Methoden für ihre Einkäufe. Einige bevorzugen weiterhin Google und Amazon, während andere zunehmend KI-Chatbots nutzen oder beide Ansätze miteinander kombinieren.

Rolle von KI‑Chatbots bei Produktsuche und Kaufentscheidungen

KI-Chatbots sind oft die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Produkten. Sie reduzieren die Zeit, die für die Suche benötigt wird, bieten Empfehlungen und können Kaufentscheidungen direkt beeinflussen. Insbesondere in Bereichen wie Mode, Kosmetik und Möbel ist zu beobachten, dass Kunden, die KI für ihre Suche verwenden, oft eine höhere Kaufbereitschaft zeigen.

Für den Einzelhandel bedeutet das, dass Chatbots in der Lage sein müssen, präzise und aktuelle Informationen zu Produkten zu liefern. Es ist entscheidend, dass sie mit Echtzeitdaten verbunden sind, um die Suche effektiv und erfolgreich zu gestalten.

Omnichannel‑Strategien und KI‑gestützte Serviceangebote auf der Fläche

Die Omnichannel-Strategie verbindet das Wachstum des Online-Handels mit der physischen Präsenz im Einzelhandel. Einzelhändler wie Intersport fokussieren sich auf eine reibungslose Integration von Online-Shop und Ladenfläche. Der Einsatz von KI auf der Verkaufsfläche umfasst Funktionen wie Bestandsabfragen, personalisierte Empfehlungen und In-Store Chatbots.

Siehe auch  Schlechte Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie – strukturelle Schwächen trotz Großprojekten

Diese Serviceangebote verbessern den Kundenservice im stationären Handel und stärken die Kundenbindung. Durch Self-Checkout und digitale Beratungsangebote werden Geschäftsprozesse effizienter gestaltet, und Kunden verweilen länger im Geschäft.

Suchverhalten: Wechsel von klassischen Suchmaschinen zu KI‑Lösungen

Im Laufe der Zeit verändert sich das Suchverhalten der Verbraucher. Klassische Suchmaschinen wie Google und Amazon verlieren zunehmend an Bedeutung gegenüber KI-basierten Lösungen. Jedoch nutzen viele Personen eine Kombination aus traditionellen und KI-gestützten Suchmethoden. Laut IFH nutzen viele Kunden beide Möglichkeiten.

Um eine breite Reichweite zu erzielen, müssen Händler ihre Produktdaten optimieren und sowohl klassische SEO-Maßnahmen als auch KI-kompatible Inhalte anwenden. Eine solide Dateninfrastruktur hilft, Risiken durch Veränderungen in den Quellen des Web-Traffics zu minimieren.

  • Kurze Antwortzeiten durch Chatbots verbessern Konversionen.
  • Omnichannel‑Prozesse verbinden digitale Käufe mit stationärem Service.
  • Investitionen in KI‑Service und Daten erhöhen die Resilienz gegenüber Änderungen im Suchverhalten.

Segment‑Unterschiede und Chancen für Händler

Die Handelslandschaft ist geprägt durch Unterschiede zwischen den stabilen Lebensmittelmärkten und den wechselhaften Nonfood‑Bereichen. Investoren und Fachleute sollten die Segmentdaten sowie die lokale Nachfrage sorgfältig unterscheiden, wobei insbesondere die Nahversorgung im Fokus steht. Das GPEP‑Portfolio mit seinen Netto und Rewe Filialen zeigt klar das wachsende Interesse am Lebensmitteleinzelhandel.

Lebensmitteleinzelhandel: Stabilität, ESG‑Trends und Nahversorgung

Lebensmittelläden sind ein Fels in der Brandung – sie bringen regelmäßige Einnahmen und sind wesentliche Versorgungspunkte. Die langfristigen Mietverträge steigern ihren Wert für Investoren.

Die Bedeutung von ESG‑Maßnahmen als Wettbewerbsfaktoren wächst. Eine umweltfreundliche Bauweise sowie der Einsatz von PV‑Anlagen und Wärmepumpen reduzieren die Betriebskosten. Dies erhöht die Anziehungskraft für Kapitalgeber deutlich.

Beispiele von GPEP zeigen den Nutzen von Green‑Lease‑Klauseln. Diese regeln Betriebskosten und Pflichten des Betreibers, mit einem klaren Fokus auf Effizienz und Sicherheit in der Versorgung.

Mode, Elektronik und Nonfood: Risiko, Trends und Onlineanteile

Die Modebranche ist impulsabhängig, was sie anfällig für Nachfrageschwankungen macht. Geschäftsschließungen signalisieren oftmals die Verlagerung zum Onlinegeschäft. Die Onlineanteile nehmen zu, was das Verhältnis zwischen Ladengeschäft und digitalem Verkauf stark verändert.

Im Elektronikbereich verlagern sich Käufe zunehmend ins Internet. Verbraucherelektronik fördert die Suche und den Kauf auf Onlineplattformen. Dies resultiert in höheren Onlineanteilen und verstärkt den Druck auf Preise im stationären Handel.

Im Nonfood-Sektor sehen wir nominale Zuwächse, aber real erleben wir Rückgänge. Händler antworten darauf mit spezialisiertem Sortiment und Serviceangeboten wie Beratung oder Reparatur. Zudem locken Erlebniskonzepte Kunden ins Geschäft.

Klein‑ und Mittelständische Einzelhändler: Liquidität, Innovation und Branchenrating (ifo/BVR)

Der Mittelstand im Einzelhandel leidet unter Finanzdruck. Fehlende Digitalisierung und begrenzte Finanzmittel erschweren den Wechsel zu Omnichannel‑Strategien und ESG‑Initiativen.

Strukturierte Analysen zu Umsatzprognosen und Marktdichte von ifo und BVR helfen. Genossenschaftsbanken setzen auf diese Daten, um partnerschaftliche Finanzierungen anzubieten.

KMU können durch Benchmarking, Förderung von Innovationen und kooperative Finanzierungsmodelle agieren. Diese Ansätze richten sich gegen Liquiditätsprobleme und verbessern die Konkurrenzfähigkeit mit großen Unternehmen.

Fazit

Das Fazit für den Einzelhandel 2026 ist klar: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Differenzierung. Der Onlinehandel wird weiterwachsen, Marktanteile verschieben sich. Amazon und spezialisierte Marktplätze dominieren weiterhin. Für stationäre Geschäfte gilt: Sie überleben nur, wenn sie Mehrwert durch Erlebnisse, diverse Nutzungsmöglichkeiten oder lokale Versorgung bieten.

Die Analyse zeigt: Seit 2019 verzeichnen viele stationäre Bereiche reale Umsatzeinbußen, trotz nomineller Steigerungen. Die Verbraucher tendieren zur Zurückhaltung. Doch Social Commerce eröffnet neuen Vertriebsmöglichkeiten. Agilen Händlern bietet dies Chancen, ihre Reichweite und Umsätze zu erhöhen.

Entscheidern raten wir zu folgenden Schritten: Setzen Sie auf Omnichannel-Strategien und integrieren Sie KI in Kundenservice sowie Bestandsmanagement. Zudem sind Investitionen in Erlebniskonzepte und ESG-Maßnahmen essenziell. Für fundierte Entscheidungen sollten Daten aus HDE-, IFH- sowie ifo/BVR-Reports herangezogen werden.

Ein kritischer Hinweis bleibt: Ohne mutige Veränderungen droht dem stationären Handel ein weiterer Rückgang. Allerdings ergeben sich auch neue Möglichkeiten. Unternehmen, die digitale Innovationen, Mehrwert schaffende Flächen und Nachhaltigkeit kombinieren, können erfolgreich sein. Wer in Differenzierung und datengetriebenes Management investiert, sichert sich langfristige Vorteile.

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