Der Einstandspreis ist der Betrag, den ein Unternehmen für Waren oder Dienstleistungen tatsächlich zahlt. Er umfasst nicht nur den Warenpreis. Auch direkt zurechenbare Kosten wie Fracht, Verpackung oder Zölle sind enthalten.
- Einstandspreis: Definition und Erklärung des Wirtschaftsbegriffs
- Abgrenzung von Listenpreis, Einkaufspreis und Anschaffungskosten
- Warum die Vorsteuer nicht einbezogen wird
- Einschleusungspreis und Einstandspreis in der Bezugskalkulation
- Einstandspreis berechnen und für Einkauf sowie Verkaufspreise nutzen
- FAQ
- Was ist der Einstandspreis?
- Wie wird der Einstandspreis berechnet?
- Was ist der Unterschied zwischen Listenpreis, Einkaufspreis und Einstandspreis?
- Gehört die Vorsteuer zum Einstandspreis?
- Welche Kosten zählen zu den Bezugskosten?
- Wann sind Einkaufs- und Einstandspreis gleich?
- Warum ist der Einstandspreis für den Angebotsvergleich wichtig?
- Welche Bedeutung hat der Einstandspreis für die Verkaufspreiskalkulation?
- Wie hängen Einstandspreis und Wareneinsatz zusammen?
- Was bedeutet Einschleusungspreis im Zusammenhang mit dem Einstandspreis?
- Wie werden Lagerbestände mit unterschiedlichen Einstandspreisen bewertet?
- Darf ein Unternehmen unter dem Einstandspreis verkaufen?
Der Begriff ist auch als Bezugspreis oder Beschaffungspreis bekannt. Im Englischen nennt man ihn „cost price“.
Im Groß- und Einzelhandel spielt der Einstandspreis eine große Rolle. Dort werden Waren meist ohne weitere Verarbeitung eingekauft und verkauft.
Der Beschaffungspreis zeigt, welche Kosten ein Händler mindestens decken muss. Nur so kann er mit dem Verkauf Gewinn erzielen.
Zum Wirtschaftswissen eines Unternehmens gehört der richtige Umgang mit dieser Kennzahl. Sie ist die Basis für Angebotsvergleiche, Lagerbewertung und Verkaufspreiskalkulation.
Multipliziert mit der verkauften oder eingesetzten Menge ergibt der Bezugspreis den Wareneinsatz.
In Industriebetrieben spricht man oft vom Anschaffungspreis, besonders bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Inhaltlich beschreibt er ähnliche Kosten.
Entscheidend sind die Gesamtkosten bis zur Beschaffung eines Gutes. Nur die Kosten, die sich direkt zuordnen lassen, werden berücksichtigt.
Das Wichtigste zum Einstandspreis
- Der Einstandspreis bezeichnet die tatsächlichen Kosten für die Beschaffung einer Ware oder Leistung.
- Bezugspreis und Beschaffungspreis werden im Handel meist gleichbedeutend verwendet.
- Neben dem Warenpreis zählen etwa Transport-, Verpackungs- und Zollkosten dazu.
- Die Kennzahl hilft beim Vergleich von Lieferanten und Angeboten.
- Sie ist eine zentrale Basis für die Kalkulation von Verkaufspreisen und Gewinnmargen.
- Einstandspreis mal Warenmenge ergibt den Wareneinsatz.
Einstandspreis: Definition und Erklärung des Wirtschaftsbegriffs
Der Einstandspreis ist ein zentraler Begriff in der Bezugskalkulation. Er umfasst den Preis einer Ware und alle direkt zurechenbaren Kosten bis zum Eintreffen im Unternehmen.
Zur Erklärung ist die Reihenfolge wichtig: Vom Netto-Listenpreis werden Rabatte und Skonti abgezogen, um den Einkaufspreis zu erhalten. Bezugskosten wie Fracht, Verpackung und Zölle erhöhen diesen Betrag zum Einstandspreis.
Abgrenzung von Listenpreis, Einkaufspreis und Anschaffungskosten
| Begriff | Bedeutung in der Kalkulation |
|---|---|
| Netto-Listenpreis | Ausgangspreis des Lieferanten ohne Vorsteuer und ohne Preisnachlässe. |
| Einkaufspreis | Preis nach Abzug vereinbarter Rabatte, Boni oder Skonti. |
| Einstandspreis | Einkaufspreis zuzüglich direkt zurechenbarer Bezugskosten. |
| Anschaffungskosten | Handelsrechtlicher Begriff für die Bewertung eines erworbenen Vermögensgegenstands. |
Der Einstandspreis liegt daher häufig über dem Einkaufspreis. Anschaffungskosten werden im allgemeinen Sprachgebrauch ähnlich verwendet, haben im Handelsrecht jedoch eine eigene Bedeutung.
Warum die Vorsteuer nicht einbezogen wird
Vorsteuer gehört bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen nicht zur Bezugskalkulation. Sie wird mit der vereinnahmten Umsatzsteuer verrechnet und belastet das Unternehmen somit nicht dauerhaft.
Für einen verlässlichen Angebotsvergleich werden deshalb Nettowerte gegenübergestellt. Wirtschaftlich trägt die Umsatzsteuer grundsätzlich der Endverbraucher.
Einschleusungspreis und Einstandspreis in der Bezugskalkulation
Im kaufmännischen Rechnungswesen ist Einstandspreis der übliche Begriff für die Kosten, zu denen eine Ware im Lager verfügbar ist. Einschleusungspreis meint denselben Wert. Dieses Wissen zeigt, warum nicht nur der Preis auf der Rechnung zählt.
Die Bezugskalkulation beginnt mit dem Netto-Listenpreis. Rabatt, Skonto und Bonus senken diesen Betrag. Nach Abzug des Skontos entsteht der Bareinkaufspreis. Danach werden alle Bezugskosten addiert.
- Fracht und Porto
- Zölle und Verpackung
- Umschlagskosten und Warenumschließung
- Transportversicherung
Ein WIKI zum Rechnungswesen erklärt den Rechenweg meist in dieser Reihenfolge. Liefert ein Verkäufer „frei Haus“, trägt er die Transportkosten. Dann sind Einkaufspreis und Einstandspreis beim Käufer gleich hoch.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| 10 Roller à 700 Euro – Netto-Listenpreis | 7.000 Euro |
| abzüglich 10 % Rabatt | 700 Euro |
| Zieleinkaufspreis | 6.300 Euro |
| abzüglich 2 % Skonto | 126 Euro |
| Bareinkaufspreis | 6.174 Euro |
| zuzüglich Transportkosten und Versicherung | 1.140 Euro |
| Einstandspreis beziehungsweise Einschleusungspreis | 7.314 Euro |
Die Bezugskalkulation zeigt, wie sehr Nebenkosten die tatsächliche Belastung erhöhen können. Sie schafft eine verlässliche Grundlage für Lagerbewertung und Preisplanung. So unterstützt sie die spätere Kalkulation von Verkaufspreisen.
Einstandspreis berechnen und für Einkauf sowie Verkaufspreise nutzen
Der Einstandspreis dient als belastbare Basis zum Preisvergleich von Lieferangeboten. Er berücksichtigt nicht nur den Listenpreis, sondern auch Rabatte, Skonto und Bezugskosten. So kann ein Angebot für einen Roller mit 7.000 Euro Netto-Listenpreis, Nachlässen und 1.140 Euro Bezugskosten bei 7.314 Euro liegen.
Ein anderes Angebot über 6.000 Euro ohne Nachlässe, aber mit 2.140 Euro Bezugskosten, ergibt hingegen 8.140 Euro Einstandspreis.
Für die Verkaufspreiskalkulation bildet der Einstandspreis die Kostenbasis. Steigen Lieferantenpreise oder Transportkosten, verändert sich der Einstandspreis direkt. Bleibt die Handelsspanne gleich, kann auch der Verkaufspreis steigen.
Der Kalkulationszuschlag ist als prozentuale Differenz zwischen Einstandspreis und Listenverkaufspreis definiert. Die Handelsspanne bezieht sich hingegen prozentual auf den Verkaufspreis.
Bei Waren mit unterschiedlichen Einkaufskonditionen ist eine einheitliche Bewertung wichtig. Unternehmen können etwa Durchschnittsbewertung, FIFO oder LIFO nutzen. Für einzelne, gut unterscheidbare Artikel kommt auch die Einzelbewertung infrage.
Ein ERP-System kann die Verkaufspreiskalkulation automatisieren, sofern das gewählte Verfahren zur tatsächlichen Verbrauchsfolge passt.
Die Preisgestaltung liegt grundsätzlich beim Unternehmen. Ein dauerhafter Verkauf unter Einstandspreis kann jedoch wettbewerbsrechtliche Risiken schaffen, wenn marktstarke Unternehmen kleinere Wettbewerber gezielt behindern.
Vor solchen Aktionen sollten Betriebe daher Kalkulation, Handelsspanne und die rechtlichen Voraussetzungen prüfen.
FAQ
Was ist der Einstandspreis?
Der Einstandspreis ist der tatsächliche Preis, den ein Unternehmen für eine Ware zahlt. Er umfasst den Einkaufspreis und alle direkt zurechenbaren Bezugskosten wie Fracht, Zölle, Verpackung und Transportversicherung. Synonyme sind Bezugspreis und Beschaffungspreis. Im Englischen heißt er cost price.
Wie wird der Einstandspreis berechnet?
Die Bezugskalkulation beginnt mit dem Netto-Listenpreis des Lieferanten. Davon werden Rabatt, Skonto und gegebenenfalls Bonus abgezogen. Zum so entstehenden Einkaufspreis kommen die Bezugskosten hinzu. Die Formel lautet: Einkaufspreis plus Bezugskosten gleich Einstandspreis.
Was ist der Unterschied zwischen Listenpreis, Einkaufspreis und Einstandspreis?
Der Netto-Listenpreis ist der Startpreis vom Lieferanten ohne Vorsteuer. Nach Abzug von Preisnachlässen entsteht der Einkaufspreis. Der Einstandspreis ist meist höher, da Transport-, Versicherungs- und Porto-Kosten dazukommen.
Gehört die Vorsteuer zum Einstandspreis?
Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen gehört die Vorsteuer nicht zum Einstandspreis. Sie können die Vorsteuer mit der Umsatzsteuer verrechnen. Für Angebotsvergleiche und Bezugskalkulation sind daher Nettowerte entscheidend.
Welche Kosten zählen zu den Bezugskosten?
Bezugskosten sind alle Kosten, die direkt mit der Warenbeschaffung verbunden sind. Dazu zählen Fracht, Porto, Zölle, Transportversicherung, Umschlagskosten, Verpackung und Warenumschließung. Allgemeine Verwaltungskosten oder Lagerkosten zählen nicht dazu.
Wann sind Einkaufs- und Einstandspreis gleich?
Einkaufs- und Einstandspreis sind gleich, wenn für den Käufer keine eigenen Bezugskosten entstehen. Das ist der Fall bei Lieferung „frei Haus“, wenn der Verkäufer alle Transportkosten übernimmt. Dann erhöhen Transportkosten den Einstandspreis nicht.
Warum ist der Einstandspreis für den Angebotsvergleich wichtig?
Der Listenpreis allein zeigt nicht, welches Angebot wirtschaftlicher ist. Der Einstandspreis berücksichtigt Rabatte, Skonti und Beschaffungsnebenkosten. Nur so können Unternehmen Angebote korrekt vergleichen, indem sie Nettowerte bis zum Einstandspreis kalkulieren.
Welche Bedeutung hat der Einstandspreis für die Verkaufspreiskalkulation?
Der Einstandspreis ist die Kostenbasis für die Verkaufspreiskalkulation im Handel. Steigen Lieferantenpreise, Fracht oder Zölle, erhöht sich auch der Einstandspreis. Bei gleicher Handelsspanne können dadurch höhere Verkaufspreise nötig werden, um die gewünschte Marge zu sichern.
Wie hängen Einstandspreis und Wareneinsatz zusammen?
Der Wareneinsatz ergibt sich aus dem Einstandspreis multipliziert mit der eingesetzten oder verkauften Warenmenge. Diese Kennzahl ist wichtig für Gewinnermittlung und Controlling. Sie zeigt die Beschaffungskosten im Verhältnis zum Umsatz.
Was bedeutet Einschleusungspreis im Zusammenhang mit dem Einstandspreis?
Der Begriff Einschleusungspreis bezeichnet den Wert, zu dem Waren ins Lager oder Warenwirtschaftssystem übernommen werden. Oft entspricht er dem Einstandspreis. Dieser enthält alle direkt zurechenbaren Beschaffungskosten. Die genaue Nutzung variiert je nach Unternehmen und ERP-System.
Wie werden Lagerbestände mit unterschiedlichen Einstandspreisen bewertet?
Für Waren mit wechselnden Beschaffungspreisen gibt es verschiedene Bewertungsverfahren. Häufig angewendet sind Durchschnittsbewertung, FIFO oder LIFO. Einzelbewertung ist bei klar zuordenbaren Waren möglich. Sie muss handels- und steuerrechtlichen Vorgaben entsprechen.
Darf ein Unternehmen unter dem Einstandspreis verkaufen?
Ein Verkauf unter dem Einstandspreis ist nicht automatisch unzulässig. Wettbewerbsrechtlich problematisch wird dieser nur, wenn marktmächtige Unternehmen kleinere Wettbewerber unbillig behindern. Entscheidend sind die Marktverhältnisse und rechtlichen Rahmenbedingungen.

