Der Entry Standard war ein früheres Börsensegment der Frankfurter Wertpapierbörse für kleinere und mittlere Unternehmen. Es handelte sich um einen Teil des Freiverkehrs, auch Open Market genannt. Dort galten niedrigere Zulassungs- und Berichtspflichten als im regulierten Markt.
- Entry Standard: Definition und Einordnung als Börsensegment
- Voraussetzungen und Anforderungen für Unternehmen
- Transparenz, Anleger und Risiken im früheren Börsensegment
- Warum der Entry Standard durch Basic Board und Scale ersetzt wurde
- FAQ
- Was ist der Entry Standard?
- Wann bestand der Entry Standard?
- Wie lautet die Definition des Entry Standard im Börsenrecht?
- Worin unterschied sich der Entry Standard von Prime Standard und General Standard?
- Welche Voraussetzungen mussten Unternehmen für den Entry Standard erfüllen?
- Welche Rolle hatte ein Handelsteilnehmer bei der Einbeziehung?
- Welche Risiken mussten Anleger im Entry Standard berücksichtigen?
- Warum war der Entry Standard für Private-Equity-Investoren interessant?
- Welches Unternehmen wurde zuerst in den Entry Standard aufgenommen?
- Was geschah nach dem Ende des Entry Standard?
Das Segment bestand vom 25. Oktober 2005 bis zum 1. März 2017. Es sollte Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Besonders wichtig war dies nach dem Ende des Neuen Marktes im Juni 2003. Marktexperten hatten ein neues Einstiegssegment für wachstumsorientierte Firmen gefordert.
Als erstes Unternehmen wurde die Design Bau AG aus Kiel aufgenommen, die heute CD Deutsche Eigenheim AG heißt. Das Segment bot Chancen auf Eigenkapital und höhere Sichtbarkeit bei Anlegern. Investoren mussten aber die geringere Transparenz und teils höheren Risiken beachten.
Der Begriff Entry Standard beschreibt einen Mittelweg: Börsenhandel war möglich, ohne alle strengen Vorgaben des regulierten Marktes zu erfüllen. Die Insolvenz der EUTEX European Telco Exchange AG zeigte dennoch die Risiken. Später ersetzten Basic Board und Scale dieses frühere Börsensegment.
Zentrale Erkenntnisse
- Der Entry Standard war ein Börsensegment der Frankfurter Wertpapierbörse.
- Er gehörte zum Freiverkehr und nicht zum regulierten Markt.
- Das Segment existierte von Oktober 2005 bis März 2017.
- Es richtete sich vor allem an kleinere und wachstumsorientierte Unternehmen.
- Die Anforderungen waren geringer, das Anlagerisiko konnte jedoch höher sein.
- Basic Board und Scale lösten den Entry Standard ab.
Entry Standard: Definition und Einordnung als Börsensegment
Der Entry Standard war ein privatrechtliches Segment der Frankfurter Wertpapierbörse. Er beschreibt einen geregelten Einstieg in den Börsenhandel für kleinere und mittlere Unternehmen.
Rechtlich gehörte das Segment zum Freiverkehr nach § 48 Börsengesetz. An der Frankfurter Börse trägt dieser Bereich die Bezeichnung Open Market.
Abgrenzung zu regulierten Märkten
Im Entry Standard galten weniger strenge Regeln als im Prime Standard oder General Standard. Diese regulierten Märkte unterliegen umfassenden EU-Vorgaben für Transparenz und Verhalten.
Gleichzeitig verlangte der Entry Standard mehr Informationen als der allgemeine Freiverkehr. Anleger erhielten so ein höheres Maß an Wissen über das Unternehmen.
Dies geschieht etwa durch Berichte und aktuelle Mitteilungen, die zur Transparenz beitragen.
Funktion für Unternehmen und Kapitalmarkt
Das Segment richtete sich branchenübergreifend an Firmen mit Finanzierungsbedarf. Sie konnten über den Kapitalmarkt Eigenkapital aufnehmen, ohne alle Anforderungen eines regulierten Marktes erfüllen zu müssen.
Für Private-Equity-Investoren bot der Börsengang zudem einen möglichen Ausstiegskanal. In seiner Funktion ähnelte der Entry Standard dem Alternative Investment Market der London Stock Exchange.
Voraussetzungen und Anforderungen für Unternehmen
Der Entry Standard stellte klare Anforderungen an Emittenten. Dieses Wissen zeigt, wie die Deutsche Börse den Zugang definierte.
Es erklärt auch, welche Nachweise dafür erforderlich waren.
Einbeziehung über den Open Market
Unternehmen mussten bereits im Freiverkehr des Open Market gehandelt werden. Für den Antrag bei der Deutschen Börse war eine beantragte ISIN Pflicht.
Zu den Zulassungsvoraussetzungen zählten ein öffentliches Angebot mit Prospektpflicht und ein Unternehmensalter von mindestens zwei Jahren.
Zusätzlich waren mindestens 750.000 Euro Grundkapital und ein Nennwert von mindestens einem Euro je Aktie vorgeschrieben.
Der Streubesitz musste mindestens 10 Prozent betragen. Die Einbeziehung kostete 1.500 Euro Zulassungsgebühr und jährlich 5.000 Euro Notierungsgebühr.
Prüfung durch Handelsteilnehmer und Investor Relations
Der Antrag wurde gemeinsam mit einem Handelsteilnehmer der Frankfurter Wertpapierbörse eingereicht. Dies musste ein Kreditinstitut oder Finanzdienstleister nach § 32 Absatz 2 Börsengesetz sein.
Voraussetzung war ein haftendes Kapital von mindestens 730.000 Euro. Der Handelsteilnehmer prüfte das operative Geschäft, das Eigenkapital sowie die Investor Relations.
Die Ergebnisse waren gegenüber der Deutsche Börse AG zu belegen. So verband sich die Prüfung der wirtschaftlichen Grundlage mit den formalen Zulassungsvoraussetzungen.
Transparenz, Anleger und Risiken im früheren Börsensegment
Der Begriff Entry Standard bezeichnete ein Freiverkehrssegment mit weniger strengen Vorgaben als Prime Standard und General Standard. Dies lag an seiner Einstufung: Der Handel erfolgte im Open Market, nicht in einem regulierten Markt.
Für Emittenten galten daher reduzierte Transparenzpflichten. Nicht alle EU-Vorgaben zu Ad-hoc-Mitteilungen, Stimmrechtsanteilen oder Finanzberichten waren bindend.
Die verfügbaren Unternehmensdaten waren deshalb oft weniger umfangreich. Der Entry Standard richtete sich vorwiegend an professionelle Investoren.
Diese mussten das Geschäftsmodell, die Bilanzdaten und die Liquidität eines Wertpapiers selbst prüfen. Der Handel über einen Teilnehmer ersetzte keine Zulassung unter strengeren Regeln eines regulierten Marktes.
| Merkmal | Entry Standard | Regulierter Markt |
|---|---|---|
| Markteinordnung | Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse | Organisierter Markt nach gesetzlichen Vorgaben |
| Transparenzpflichten | Reduzierte Informations- und Berichtspflichten | Umfassende Pflichten nach deutschem und europäischem Kapitalmarktrecht |
| Informationslage | Abhängig von den veröffentlichten Angaben des Emittenten | Stärker standardisiert und laufend überwacht |
| Anlegerprofil | Vorwiegend professionelle Investoren mit eigener Analyse | Breiterer Zugang auch für private Anleger |
| Risikoprüfung | Eigenständige Bewertung von Emittent und Handelbarkeit erforderlich | Zusätzliche Schutzregeln durch Zulassungs- und Folgepflichten |
Warum der Entry Standard durch Basic Board und Scale ersetzt wurde
Am 1. März 2017 beendete die Deutsche Börse den Entry Standard. Das frühere Börsensegment im Open Market wurde durch Basic Board und Scale ersetzt. Damit änderte sich die Struktur für kleine und mittlere Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse.
Das Basic Board bündelt Wertpapiere des allgemeinen Freiverkehrs und schafft eine klarere Einordnung. Es richtet sich an Emittenten mit geringeren Transparenzpflichten. Für Anleger bleibt wichtig: Weniger Vorgaben können auch weniger verfügbare Informationen bedeuten.
Scale wurde als wachstumsorientiertes Börsensegment aufgebaut. Es spricht Unternehmen an, die Kapital für Expansion, Innovation oder neue Märkte suchen. Vorgesehen sind unter anderem höhere Anforderungen an Berichterstattung und ein stärkerer Zugang zu Investoren.
Im WIKI zum früheren Entry Standard ist der Wechsel ein zentraler Punkt. Basic Board und Scale sollten den Open Market besser gliedern und Erwartungen klarer machen. Dennoch sollten Anleger Berichte, Liquidität und Geschäftsmodell jedes Unternehmens sorgfältig prüfen.
FAQ
Was ist der Entry Standard?
Der Entry Standard war ein früheres Börsensegment der Frankfurter Wertpapierbörse. Er gehörte zum Open Market, also zum gesetzlich definierten Freiverkehr. Das Segment richtete sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die Eigenkapital am Kapitalmarkt aufnehmen wollten.
Wann bestand der Entry Standard?
Der Entry Standard existierte vom 25. Oktober 2005 bis zum 1. März 2017. Danach ersetzte die Deutsche Börse das Segment durch Basic Board und Scale.
Wie lautet die Definition des Entry Standard im Börsenrecht?
Rechtlich war der Entry Standard ein privatrechtliches Börsensegment nach § 48 Börsengesetz. Er war Teil des Freiverkehrs, den die Frankfurter Wertpapierbörse als Open Market bezeichnete.
Worin unterschied sich der Entry Standard von Prime Standard und General Standard?
Prime Standard und General Standard zählen zu den regulierten Märkten. Im Entry Standard galten wichtige Transparenz- und Verhaltenspflichten aus EU-Richtlinien nicht. Die Anforderungen lagen dennoch über dem allgemeinen Freiverkehr.
Welche Voraussetzungen mussten Unternehmen für den Entry Standard erfüllen?
Unternehmen mussten bereits im Freiverkehr des Open Market notiert sein. Außerdem war ein schriftlicher Antrag gemeinsam mit einem Handelsteilnehmer erforderlich. Weitere Kriterien waren ein Mindestalter von zwei Jahren, mindestens 750.000 Euro Grundkapital und ein Streubesitz von mindestens 10 Prozent.
Welche Rolle hatte ein Handelsteilnehmer bei der Einbeziehung?
Der Handelsteilnehmer musste ein zugelassenes Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut sein. Er prüfte das operative Geschäft, ein positives Eigenkapital und die Investor Relations des Unternehmens. Diese Prüfung ersetzte jedoch nicht die strengeren Zulassungsvorgaben eines regulierten Marktes.
Welche Risiken mussten Anleger im Entry Standard berücksichtigen?
Die geringere Transparenz bedeutete für Anleger eine niedrigere Informationsdichte als in regulierten Marktsegmenten. Deshalb mussten professionelle Investoren Geschäftsmodell, Finanzlage und Kommunikation besonders sorgfältig bewerten. Dieses Wissen war für Anlageentscheidungen im Segment wesentlich.
Warum war der Entry Standard für Private-Equity-Investoren interessant?
Der Entry Standard bot Private-Equity-Investoren einen Ausstiegskanal. Über eine Börsennotierung konnten Beteiligungen am Kapitalmarkt platziert oder schrittweise veräußert werden.
Welches Unternehmen wurde zuerst in den Entry Standard aufgenommen?
Als erstes Unternehmen wurde die Design Bau AG aus Kiel aufgenommen. Das Unternehmen heißt heute CD Deutsche Eigenheim AG.
Was geschah nach dem Ende des Entry Standard?
Mit Wirkung zum 1. März 2017 führte die Deutsche Börse die Segmente Basic Board und Scale ein. Damit endete der Entry Standard als früheres Einstiegssegment zwischen dem allgemeinen Freiverkehr und den stärker regulierten Börsenmärkten.

