Unter Automatisierung wird in Deutschland mehr als nur Technik verstanden. Die Definition umfasst zwei Seiten: das Automatisieren als Arbeitsprozess und automatisierte Arbeitsobjekte als Ergebnis. So wird ein Vorgang beschrieben, bei dem Abläufe so gestaltet werden, dass sie ohne ständige Eingriffe ausgeführt werden können.
- Automatisierung: Definition, Erklärung und Wirtschaftsbegriff
- Wie funktioniert Automatisierungstechnik? Steuerung, Regelung und Regelkreisprinzip
- Kerngebiete: Überwachung, Steuerung und Regelung von Prozessen
- Automaten als künstliche Systeme: Programme, Eingaben, Zustände und Entscheidungen
- Regelkreisprinzip: Rückkopplung zur zielorientierten Prozessbeeinflussung
- Adaptives Verhalten und Selbstoptimierung: Anpassung an veränderte Umgebungen und Ziele
- Human-in-the-loop und hybride Automatisierung: Mensch als bewusster Teil der Prozesskette
- Einsatzbereiche, Arten und Ziele: Wirtschaftswissen zur Automatisierung
- Arten: Teilautomatisierung, Vollautomatisierung und Automatisierungsgrad/-stufe
- Einsatzfelder in Industrie und Wirtschaft: Fertigung, Förder- und Handhabungstechnik, Lager, Planung und Steuerung
- Beispiele aus IT und Unternehmen: Workflow-Automatisierung, BPM, RPA, Process Mining und AIOps
- Von Aufgaben- zu Prozess- und intelligenter Automatisierung: KI, NLP und Computer Vision als Bausteine
- Ziele und Nutzen im Betrieb: Durchsatz, Qualität, Fehlerminimierung, sichere Materialflüsse, Entlastung bei monotoner oder gefährlicher Arbeit
- Wirtschaftliche Einordnung: Produktivitätssteigerung, Flexibilisierung und Automatisierung als Treiber von Entwicklungsphasen (Industrie 4.0)
- Fazit
Ein Automatisierungssystem löst Aufgaben eigenständig, um vorgegebene Ziele zu erreichen. Diese Ziele werden als angestrebte Sollzustände verstanden, etwa ein stabiler Durchsatz, eine konstante Qualität oder ein sicherer Betrieb. In der Praxis wird damit erklärt, warum Sensoren, Software und Aktoren zusammenarbeiten müssen.
Für das nötige Wissen lohnt sich eine Doppelperspektive: technisch und wirtschaftlich. Technisch geht es um Automaten, Steuerung und Regelung; wirtschaftlich um Produktivität, weniger Fehler und Entlastung bei monotonen Tätigkeiten. Auch in Debatten zum Arbeitsmarkt und zur Verteilung von Wohlstand wird Automatisierung daher regelmäßig thematisiert.
Heute ist Automatisierung in der Industrie, in der IT und im Alltag sichtbar. Smart-Home-Lösungen wie Apple HomeKit, Google Home oder Bosch Smart Home zeigen, wie stark die digitale Transformation in private Haushalte reicht. Damit wird erklärt, warum oft vom „Zeitalter der Automatisierung“ gesprochen wird.
Wichtige Erkenntnisse
- Automatisierung: Definition mit zwei Blickwinkeln – Prozess (Automatisieren) und Ergebnis (automatisierte Arbeitsobjekte).
- Automatisierungssysteme arbeiten eigenständig auf definierte Sollzustände hin.
- Technisches Wissen umfasst Automaten sowie Steuerung und Regelung.
- Wirtschaftlicher Nutzen zeigt sich in Produktivität, Qualität und Entlastung.
- Automatisierung prägt Entwicklungsphasen und wird sozialpolitisch diskutiert.
- Industrie, IT und Smart Home treiben die digitale Transformation im Alltag.
Automatisierung: Definition, Erklärung und Wirtschaftsbegriff
Im Alltag wird der Begriff Automatisierung oft schnell genutzt. Für eine saubere Erklärung wird jedoch zwischen Vorgang und Ergebnis unterschieden. Damit wird klar definiert, was beim Umstellen von Abläufen passiert und was am Ende als automatisiertes Arbeitsobjekt vorliegt.
In der Wirtschaft wird Automatisierung zudem als Wirtschaftsbegriff verwendet. Gemeint sind damit auch Entwicklungsphasen, in denen Betriebe Technik systematisch einsetzen, um Abläufe stabiler und schneller zu machen. Der Zustand weitgehend vollendeter Automatisierung wird in der Betriebswirtschaftslehre häufig als Automation bezeichnet.
Begriff und Bedeutung: Automatisieren als Prozess und automatisierte Arbeitsobjekte als Ergebnis
Automatisieren beschreibt den Prozess, bei dem Tätigkeiten so organisiert werden, dass sie selbsttätig ablaufen. Als Ergebnis entstehen automatisierte Arbeitsobjekte, etwa Anlagen, Software-Workflows oder verknüpfte Maschinenfunktionen. So ist der Begriff sowohl Handlungsbeschreibung als auch Zustandsbeschreibung.
Für die Praxis gilt: Wenn Schritte nur schneller werden, ist noch nicht zwingend Automatisierung erreicht. Erst wenn Ausführung und Ablauflogik ohne dauernde Eingriffe funktionieren, ist der Kern des Begriffs getroffen. So wird die Abgrenzung im Betrieb messbar.
Etymologie und WIKI-Wissen: „automatos“ – „sich selbst bewegend“
Die Wortherkunft wird meist aus dem Altgriechischen αὐτόματος abgeleitet, gesprochen „automatos“. Im WIKI-Kontext wird dies häufig mit „sich selbst bewegend“ übersetzt. Daraus folgt die Grundidee: Ein System bearbeitet Aufgaben selbsttätig und verfolgt dabei vorgegebene Ziele.
Ob die Aufgaben gleichbleiben oder wechseln, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass Eingaben verarbeitet und daraus passende Aktionen abgeleitet werden. So wird die Erklärung greifbar, ohne den technischen Kern zu verlieren.
DIN-Definitionen im Überblick: von DIN V 19233 bis DIN IEC 60050-351
In DIN V 19233 wurde Automatisierung als „Das Ausrüsten einer Einrichtung, so dass sie ganz oder teilweise ohne Mitwirkung des Menschen bestimmungsgemäß arbeitet“ beschrieben. Diese Formulierung betont das Umrüsten und die Entlastung von direkter Bedienung. Damit wird Automatisierung klar als Eigenschaft einer ausgerüsteten Einrichtung definiert.
Die DIN IEC 60050-351 rückt das Ergebnis des Automatisierens durch den Einsatz von Automaten in den Mittelpunkt. Dabei folgen Automaten selbsttätig einem Programm und treffen programmabhängig Entscheidungen zur Steuerung und gegebenenfalls zur Regelung von Prozessen. Entscheidungen entstehen aus der Verknüpfung von Eingaben mit Systemzuständen und lösen konkrete Aufgaben aus.
| Aspekt | DIN V 19233 (früher) | DIN IEC 60050-351 |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Ausrüsten einer Einrichtung für bestimmungsgemäßen Betrieb | Ergebnis des Automatisierens durch Einsatz von Automaten |
| Rolle des Menschen | Ganz oder teilweise ohne Mitwirkung des Menschen | Menschen wirken nicht in der Laufzeitlogik mit; Überwachung bleibt möglich |
| Logik der Ausführung | Fokus auf „arbeitet“ als Funktionszustand | Programmablauf mit Entscheidungen zur Steuerung und ggf. Regelung |
| Entscheidungsbildung | Nicht weiter ausgeführt | Eingaben werden mit Systemzuständen verknüpft und lösen Aktionen aus |
Abgrenzung: Mechanisierung, Mechanisierung versus Automatisierung (Steuerung und Regelung)
Mechanisierung beschreibt vor allem die Übernahme körperlicher Arbeit oder der Energiezufuhr durch Maschinen. Der Ablauf wird dabei häufig weiterhin von Menschen gesteuert. Das Ziel ist Entlastung bei Kraft und Bewegung, nicht zwingend bei der Ablaufentscheidung.
Automatisierung geht darüber hinaus, weil zusätzlich Steuerungsaufgaben und, falls erforderlich, Regelungsaufgaben durch künstliche Systeme übernommen werden. Menschen überwachen den Gesamtprozess und bearbeiten die Schritte, die nicht automatisiert sind. So wird der Begriff im technischen Alltag präzise abgegrenzt und als Wirtschaftsbegriff sauber eingeordnet.
Wie funktioniert Automatisierungstechnik? Steuerung, Regelung und Regelkreisprinzip
Für eine klare Definition wird Automatisierungstechnik oft über ihren Zweck beschrieben: Prozesse sollen stabil, sicher und nachvollziehbar laufen. Eine kurze Erklärung hilft bei der Einordnung, weil je nach Anlage andere Signale, Sensoren und Aktoren im Fokus stehen. Der Begriff umfasst dabei sowohl einfache Abläufe als auch vernetzte Systeme, wie sie in der Industrie üblich sind. Als kompaktes Wissen kann ein WIKI-Artikel dienen, die Praxis verlangt jedoch prüfbare Messwerte und saubere Parametrierung.
Kerngebiete: Überwachung, Steuerung und Regelung von Prozessen
Im Kern wird der Betrieb überwacht, damit Abweichungen früh erkannt werden. Bei einer Steuerung wird ein vorgegebener Ablauf ausgeführt, zum Beispiel Start, Stopp und Schrittketten. Bei einer Regelung wird ein Sollwert auch dann gehalten, wenn Störungen auftreten, etwa durch Lastwechsel oder Temperaturdrift. Für die Definition im Betrieb zählt, dass Zustände dokumentiert und Schutzfunktionen zuverlässig ausgelöst werden.
Automaten als künstliche Systeme: Programme, Eingaben, Zustände und Entscheidungen
Automaten folgen Programmen und werten Eingaben sowie interne Zustände aus; daraus werden Entscheidungen abgeleitet, die Aktionen auslösen. Diese Erklärung passt zu der Sicht aus DIN IEC 60050-351, in der Zustandsfolgen und Übergänge zentral sind. In flexiblen Fertigungssystemen wird der Begriff greifbar, weil Varianten, Aufträge und Verfügbarkeiten in die Auswahl der nächsten Schritte einfließen. Für belastbares Wissen werden Zustandsmodelle, Zeitbedingungen und Fehlersignale konsequent getestet.
Regelkreisprinzip: Rückkopplung zur zielorientierten Prozessbeeinflussung
Viele Anlagen arbeiten im Regelkreis: Messwerte werden erfasst, mit dem Sollwert verglichen und als Stellgröße zurückgeführt. Durch diese Rückkopplung lässt sich der Prozess gezielt beeinflussen, auch wenn Störeinflüsse wirken. Eine präzise Definition des Regelkreises umfasst Messglied, Regler, Stellglied und Strecke. Als praktische Erklärung gilt: Ohne sauberes Signal, Filterung und passende Reglerparameter bleibt das Ergebnis unruhig.
Adaptives Verhalten und Selbstoptimierung: Anpassung an veränderte Umgebungen und Ziele
Regelungen können adaptiv ausgelegt werden, damit sich Parameter an langsam veränderliche Bedingungen anpassen. So bleibt die Qualität auch bei Verschleiß, Materialstreuung oder Umgebungsänderungen stabil. Selbstoptimierende Systeme müssen Ziele nicht immer a priori festlegen; sie können über Extremwerte eines Leistungsparameters entstehen. Dieses Wissen wird in der Praxis über Beobachtung, begrenzte Stellgrößen und sichere Betriebsgrenzen abgesichert, wie es auch in manchem WIKI zum Thema Regelungstechnik erläutert wird.
Human-in-the-loop und hybride Automatisierung: Mensch als bewusster Teil der Prozesskette
Hybride Automatisierung hält die Mitwirkung des Menschen bewusst in der Prozesskette, statt sie nur schrittweise zu ersetzen. Human-in-the-loop bedeutet, dass Entscheidungen gezielt beim Bedienpersonal bleiben, etwa bei Freigaben, Ausnahmen oder Risikoabwägungen. Eine klare Erklärung erfordert gut gestaltete Mensch-Maschine-Schnittstellen, damit Zustände, Alarme und Eingriffe eindeutig sind. Der Begriff unterscheidet sich von Teilautomatisierung, bei der häufig eine spätere Vollautomatisierung als Ziel gesetzt wird.
| Baustein | Hauptaufgabe im Prozess | Typische Signale | Risikopunkt | Praktischer Prüfpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Überwachung | Zustände erkennen und Abweichungen melden | Statusbits, Grenzwertalarme, Diagnosecodes | Übersehene Drift durch zu breite Toleranzen | Alarmgrenzen, Plausibilitätschecks, Protokollierung |
| Steuerung | Abläufe in definierter Reihenfolge ausführen | Start/Stop, Interlocks, Schrittketten-Transitions | Fehlfolge bei unklaren Freigabebedingungen | Simulation der Ablaufkette, Verriegelungstest |
| Regelung | Sollwerte trotz Störungen einhalten | Istwert, Sollwert, Stellgröße, Regelabweichung | Schwingen durch falsche Parametrierung | Sprungantwort, Stabilitätsreserve, Grenzfalltest |
| Adaptiv/Selbstoptimierend | Verhalten an Änderungen anpassen und Leistungskriterien verbessern | Trenddaten, Identifikationsparameter, Gütemaße | Unerwünschte Optimierung außerhalb sicherer Grenzen | Begrenzungen, Freigabelogik, Monitoring von Zielgrößen |
| Human-in-the-loop | Bewusste menschliche Entscheidungspunkte integrieren | Quittierung, Freigabe, Betriebsartenwahl | Fehlbedienung bei unklarer Anzeige oder Zeitdruck | HMI-Tests, Rollenrechte, Training mit Störszenarien |
Einsatzbereiche, Arten und Ziele: Wirtschaftswissen zur Automatisierung
Automatisierung wird in Betrieben als Hebel für Tempo, Stabilität und Sicherheit genutzt. Für ein sauberes Wirtschaftswissen wird der Wirtschaftsbegriff im Alltag oft zu grob verwendet. Hier wird er präzise erklärt, damit Entscheidungen in Technik und Einkauf belastbar werden. Eine kurze Erklärung hilft, Aufwand, Risiko und Nutzen im selben Raster zu bewerten.
Arten: Teilautomatisierung, Vollautomatisierung und Automatisierungsgrad/-stufe
Teilautomatisierung liegt vor, wenn Maschinen nur ausgewählte Steuerungs- oder Regelungsaufgaben übernehmen. Vollautomatisierung kann sich auch nur auf einen Teilprozess beziehen, wenn dieser Abschnitt einer Prozesskette komplett ohne Eingriff läuft. Eine vollständige Automatisierung aller Arbeitsschritte ist nicht in jedem Umfeld überlegen oder wirtschaftlicher.
Der Automatisierungsgrad wird nach DIN IEC 60050-351 als Anteil der automatisierten Funktionen an der Gesamtfunktion eines Produktionssystems definiert. Wird schrittweise ausgebaut, wird von Automatisierungsstufen gesprochen. So wird der Ausbau planbar und vergleichbar erklärt, auch über Standorte hinweg.
Einsatzfelder in Industrie und Wirtschaft: Fertigung, Förder- und Handhabungstechnik, Lager, Planung und Steuerung
In der Industrie werden Be- und Verarbeitungsvorgänge automatisiert, ebenso Förder- und Handhabungsprozesse. In Lagerbereichen wird auf reproduzierbare Abläufe und sichere Materialflüsse gezielt. Zusätzlich werden Entwicklungs-, Produktionsplanungs- und -steuerungsvorgänge als Felder genutzt, wenn Daten sauber verfügbar sind.
| Einsatzfeld | Typische Automatisierungsfunktion | Messgröße im Betrieb | Häufiger Engpass |
|---|---|---|---|
| Fertigung | Sequenzsteuerung, Regelung von Parametern | Durchsatz, Ausschussquote | Variantenvielfalt und Rüstzeiten |
| Förder- und Handhabungstechnik | Positionieren, Sortieren, Taktung | Störungsminuten, Taktstabilität | Sensorik-Verschmutzung, mechanischer Verschleiß |
| Lager und Kommissionierung | Einlagern, Pick-by-Systeme, Wegeoptimierung | Pick-Rate, Fehlgriffe | Artikelstammdaten und Layout-Änderungen |
| Planung und Steuerung | Disposition, Terminierung, Kapazitätsabgleich | Termintreue, Bestandsreichweite | Datenqualität und Systembrüche |
Beispiele aus IT und Unternehmen: Workflow-Automatisierung, BPM, RPA, Process Mining und AIOps
In Unternehmen wird Geschäftsprozess-Automatisierung breit eingesetzt, etwa für Freigaben, Ticket-Flows oder Abrechnung. Workflow-Automatisierung und Business Process Management (BPM) strukturieren wiederholbare Abläufe über mehrere Systeme. Robotic Process Automation (RPA) ersetzt dabei oft manuelle Klickarbeit in Oberflächen.
Process Mining wird genutzt, um reale Prozesspfade aus Logdaten sichtbar zu machen und Abweichungen zu erklären. Im IT-Betrieb wird mit Observability die Überwachung der Anwendungsleistung gestärkt, damit Ursachen schneller eingegrenzt werden. Cloud-Automatisierung beschleunigt Bereitstellung, Konfiguration und Verwaltung von Umgebungen; Integration bindet Daten, Anwendungen, APIs und Geräte ein, inklusive API-Verwaltung und Anwendungsintegration.
AIOps führt getrennte IT-Betriebssignale in einer zentralen, intelligenten Plattform zusammen, um Kontext und Transparenz zu liefern. Dadurch kann proaktiver auf Ereignisse reagiert werden, die sonst Ausfälle oder Verzögerungen auslösen. Als Wirtschaftswissen zählt hier, dass Zeitgewinn nur dann entsteht, wenn auch Übergaben und Zuständigkeiten sauber definiert sind.
Von Aufgaben- zu Prozess- und intelligenter Automatisierung: KI, NLP und Computer Vision als Bausteine
Aufgabenautomatisierung umfasst einfache Routinen, die digitalisiert, optimiert und zentralisiert werden, etwa die Verteilung von Unterlagen beim Onboarding oder das automatische Versenden von Rechnungen. Prozessautomatisierung geht weiter und verbindet mehrstufige Abläufe über mehrere Systeme. Dadurch werden Einheitlichkeit und Transparenz verbessert, was als Wirtschaftsbegriff oft unter „Standardisierung“ läuft.
Intelligente Automatisierung kombiniert KI mit BPM und RPA, damit Entscheidungen in größerem Umfang unterstützt werden. NLP wird als Verbindung aus Computerlinguistik und statistischen Verfahren genutzt, um Text und Sprache zu erkennen, zu verstehen und zu erzeugen, etwa in Chatbots. Computer Vision leitet relevante Informationen aus Bildern oder Videos ab, um erkannte Fehler in Empfehlungen oder Aktionen zu überführen; maschinelles Lernen dient dabei als Kerntechnik.
KI-Assistenten können mit Menschen zusammenarbeiten oder Aufgaben eigenständig abarbeiten, je nach Risiko und Regelwerk. Hyperautomation bündelt mehrere Tools und Methoden, damit Automatisierung über viele Geschäfts- und IT-Prozesse hinweg umgesetzt wird. Low-Code- und No-Code-Ansätze senken die Einstiegshürde, wenn Anforderungen klar erklärt und sauber getestet werden.
Ziele und Nutzen im Betrieb: Durchsatz, Qualität, Fehlerminimierung, sichere Materialflüsse, Entlastung bei monotoner oder gefährlicher Arbeit
Im Betrieb wird häufig auf höhere Durchsatzleistung und geringere Betriebsfehler gezielt, besonders bei vielen Fertigungsschritten. Produktqualität kann vergleichmäßigt werden, wenn Parameter stabil geregelt werden. In Lager und Logistik werden Kommissionierung und Produktionsversorgung robuster, wenn Materialflüsse sicher und nachvollziehbar bleiben.
Entlastung entsteht bei schwerer körperlicher, monotoner oder gefährlicher Arbeit, weil Tätigkeiten ermüdungsfrei und mit gleichbleibender Qualität ausgeführt werden können. Gleichzeitig kann Automatisierung Substitution ermöglichen, aber auch Unterstützung liefern, etwa durch mehr Sicherheit und Komfort. Für die Planung wird daher eine klare Erklärung der Aufgabenanteile benötigt, damit Verantwortlichkeiten nicht verschwimmen.
Wirtschaftliche Einordnung: Produktivitätssteigerung, Flexibilisierung und Automatisierung als Treiber von Entwicklungsphasen (Industrie 4.0)
Historisch wird Automatisierung als Treiber industrieller Phasen verstanden: Dampfkraft im 18. Jahrhundert, dann Elektrizität und Erdöl im 19. Jahrhundert, gefolgt von der digitalen Revolution seit den 1970er Jahren auf Basis des Mikrochips. Heute steht Industrie 4.0 für vernetzte Anlagen, Internet der Dinge und KI, etwa über digitalen Zwilling und Kommunikation zwischen Maschinen. In Konsumentenbereichen zeigt sich das auch in Smart-Home-Anwendungen.
Die Zielrichtung verschiebt sich von starren Wiederholungen hin zu flexiblen Systemen, die Varianten und Störungen besser abfangen. Neben Produktivitätssteigerung wird Flexibilisierung als zentrale Größe betrachtet, wenn Losgrößen sinken und Lieferketten schwanken. In Industrieländern werden Tätigkeiten häufiger in Planung, Kontrolle, Instandhaltung und Dienstleistungen verlagert; Qualifikation kann über Simulatoren gestützt werden, wenn Unterbrechungen oder Learning-by-Doing riskant sind.
Zur Arbeitsmarktdiskussion wurden 2015 hohe Substituierbarkeiten einzelner Tätigkeiten durch Computer und Roboter berechnet; Frank Rieger (Chaos Computer Club) warnte vor Beschäftigungsverlusten und sprach von einer „Vergesellschaftung der Automatisierungsdividende“. Stephen Hawking äußerte, Maschinen könnten Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen; Beispiele für KI-Wirkung sind maschinelle Übersetzung mit Google Übersetzer und DeepL sowie IBM Watson, bekannt durch den Jeopardy-Sieg 2011 und Anwendungen in Diagnostik- und Rechercheunterstützung.
Eine IAB-Studie (2023) ordnet ein höheres relatives Automatisierungspotenzial durch KI besonders in Berufen mit Hochschulabschluss ein. Zudem wird berichtet, dass Einstiegspositionen oft früh betroffen sind, auch in Debatten beim Weltwirtschaftsforum, etwa durch Aussagen von Kristalina Georgieva. Damit wird im Wirtschaftswissen wichtig, dass Einstiegstätigkeiten so gestaltet werden, dass Urteilsfähigkeit und Berufserfahrung weiter aufgebaut werden.
Fazit
Automatisierung wird als Prozess und als Ergebnis verstanden. In der Definition wird festgehalten, dass Aufgaben an technische Systeme übertragen werden. Als Wirtschaftsbegriff ist Automatisierung erklärt, wenn Abläufe planbar, messbar und wiederholbar werden. Dieses Wissen hilft, Begriffe sauber einzuordnen.
Gegenüber der Mechanisierung liegt der Kern in Steuerung und Regelung. Überwachung, Sensorik und Aktorik greifen dabei ineinander, oft im Regelkreisprinzip mit Rückkopplung. Nach DIN IEC 60050-351 wird die Logik über Programme, Eingaben, Zustände und Entscheidungen beschrieben. Wenn sich Ziele oder Umgebung ändern, werden adaptive Systeme und Selbstoptimierung relevant.
In der Praxis werden Teil- und Vollautomatisierung über Automatisierungsgrad und -stufen geplant. Typische Felder sind Produktion, Logistik sowie Planung und Steuerung, etwa in Lager- und Materialflüssen. In der Unternehmens-IT werden Workflow-Automatisierung, BPM, RPA, Process Mining und AIOps gebündelt eingesetzt. Für intelligente Automatisierung dienen KI-Bausteine wie Machine Learning, NLP und Computer Vision.
Wenn Automatisierung eingeführt werden soll, sind Zielgrößen wie Durchsatz, Qualität, Fehlerraten, Materialfluss-Sicherheit und Arbeitsschutz festzulegen. Danach wird der gewünschte Automatisierungsgrad bestimmt, bei hohem Risiko wird der Mensch als human-in-the-loop eingeplant. Wirtschaftlich steigen Produktivität und Flexibilität meist, zugleich sind Qualifizierung, Simulationstraining und Folgen für Beschäftigung früh zu berücksichtigen. Dieses Wissen schafft eine belastbare Basis für Entscheidungen im Betrieb.



